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Psychologen beim Frühstück, Folge 15, Adé Aufschieberitis und Co – der innere Schweinehund kann einpacken!

Episode 17 Published 7 years, 4 months ago
Description
Gute Vorsätze endlich umsetzen lernen

Tschüss Aufschieberitis & Co. – der innere Schweinehund kann einpacken!

Gute Vorsätze endlich umsetzen

Was ich heute kann besorgen – das schaffe ich auch übermorgen. Michael kam heute morgen nicht aus dem Bett, um sein Morgenläufchen zu machen, Annika verschiebt immer wieder ihren Zahnarzttermin: Wir schieben vieles vor uns her, entweder weil wir keine Lust haben, Angst vor etwas verspüren oder etwas wirklich richtig ungern tun.

  • Der philosophische Bergriff für den inneren Schweinehund ist Akrasia: das Handeln wider besseres Wissen. Beispiel: Mich nicht zu bewegen, ist ungesund. Trotzdem kann ich mich nicht zum Sport aufraffen.
  • Je stärker der äußerte oder innere Druck ist, etwas Bestimmtes zu tun, umso eher machen wir genau das Gegenteil. Nach der Reaktanz-Theorie von Jack Brehm versuchen wir dadurch, unsere Entscheidzungsfreiheit wieder herzustellen.
  • Schon Freud hat gewusst, dass das Aufschieben (Prokrastination) von unangenehmen Aufgaben ein – zugegeben kurzfristiges – Gefühl von Erleichterung und Entspannung beschert. Klar, dass sich das Gehirn dies merkt! Und mit jeder Aufschieberitis und dem damit verbundenen angenehmen Gefühl bekommt der innere Schweinehund wiederholt Futter, wird zunehmend tiefer im Gehirn positiv verankert.
  • Da hilft nur realistisches Setzen und Planen von Zielen, z.B. nach der SMART- oder WOOP-Methode.
  • SMART: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch (realisierbar, machbar), Terminiert (was, wieviel, warum, wann)
  • WOOP: Wish, Outcome, Obstacle, Plan (Wunsch, Ziel, Hindernis, Plan)

Annika hat dazu für "Gräfe & Unzer Balance" die 8 besten Tipps gegen Aufschieberitis entwickelt. Hier ein Auszug daraus:

1. URSACHE: Fehlende Entschlossenheit. Erst mal wieder weglegen, den Brief vom Finanzamt wieder in den Umschlag stecken, erst einmal hinsetzen. Aus den Augen, aus dem Sinn – klar, dass man so in die Aufschieberitisfalle tappt!
DAGEGEN HILFT: Die OHIO-Methode. Vom englischen „Only handle it once“ – alles nur einmal in die Hand nehmen und sofort erledigen. Aus der Neuropsychologie wissen wir, dass es ungefähr drei Monate dauert, bis sich ein neues Verhaltensmuster im Gehirn fest verankert hat und dann fast automatisch abläuft. So lange heißt es: jeden Tag aufs Neue trainieren!

2. URSACHE: Fehlende Selbstreflektion. Hast Du Angst zu versagen? Oder kannst Du nicht Nein sagen? Meistens läuft Aufschieben unbewusst ab. Mach Dir doch einmal bewusst, warum Du so ungern Torten backst oder Auto fährst. Wenn man den Grund weiß, kann man manchmal schon an der Wurzel des Übels etwas ändern.
DAGEGEN HILFT: Mehr zu sich selbst stehen. Meistens steckt hinter Versagensängsten oder nicht Nein sagen können die Angst vor Ablehnung. Tatsache aber ist, dass wir Menschen mögen, die zu ihren Fehlern stehen, authentisch sind und uns ihre Meinung sagen. Das ist nicht immer angenehm, aber wir wissen dann genau, woran wir sind.

3. URSACHE: Fehlendes Zeitmanagement. Ohne Plan überraschen uns die Alltagsaufgaben, alles was unvorhergesehen dazukommt, bringt uns dann so richtig in Stress. Deshalb schieben wir manches einfach weg oder unterschätzen den Zeitaufwand: „Ach, das schaffe ich doch mit links“

DAGEGEN HILFT: Ein sogenannter „atmender“ Terminplan. Wenn man sich morgens beim ersten Kaffee einen Tagesplan zurechtlegt, so kann man erstens klein

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