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Back to EpisodesDie Woche #76 – Der Pfefferminzia Podcast für Versicherungshelden
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Im Gespräch Mit Stephan Kaiser, BU-Expertenservice „Ich habe gedacht, die spinnen? Wie können die sowas ablehnen?“ – Petra Neumann, die Frau des ehemaligen Kfz-Mechanikers Uwe Neumann ist entsetzt. Die WDR-Reportage „die story“ hat die Neumanns bei ihrem zermürbenden Rechtsstreit mit ihrem Berufsunfähigkeitsversicherer begleitet – auch zwei weitere BU-Versicherte, die Zank mit ihrem Versicherer haben, hat der WDR in der Sendung ausführlich porträtiert. So sehr die Einzelschicksale berühren – viele Versicherungsmakler unterstellen den Filmemachern eine tendenziöse Ausrichtung, die die Legende von den „bösen Versicherern“ fortspinnt. Was ihn an der Reportage des WDR stört, welche Kritik womöglich sogar berechtigt ist und was sich in der BU ändern muss, erklärt uns jetzt der Fachexperte Stephan Kaiser, Geschäftsführer der BU-Expertenservice GmbH aus Schweinfurt, im nun folgenden Gespräch.
Die News der Woche Da dürften die Verantwortlichen zunächst erleichtert sein: Die globale Versicherungsbranche hat sich im vergangenen Jahr vom Corona-Einbruch wieder sichtlich erholt. Sie schrieb weltweit rund 360 Milliarden US-Dollar Gewinn nach Steuern. Das sind umgerechnet ungefähr 316 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte der Gewinn noch bei 332 Milliarden Dollar gelegen, 2019 aber bei 392 Milliarden Dollar.
Das steht im aktuellen „Global Insurance Report 2022“ der Unternehmensberatung McKinsey. Daraus geht auch hervor, dass die eingenommenen Prämien mitnichten eingebrochen sind. Sie stiegen von 2019 bis 2020 einfach nur etwas schwächer, nämlich um 1,2 Prozent auf 5.672 Milliarden Dollar. Ein Jahr später ging es um 5,6 Prozent auf 5.987 Milliarden Dollar hinauf. Zum Vergleich: Das durchschnittliche Prämienwachstum seit 2016 liegt bei 4,0 Prozent im Jahr.
Doch diese Zahlen täuschen nach Meinung der Autoren über die eigentlich trübe Lage der Branche hinweg. So trägt ein Kapitel die Überschrift: „Versicherung ist heute eine wertevernichtende Industrie, in der die Hälfte der Mitspieler nicht einmal ihre Eigenkapitalkosten verdient.“ Starker Tobak. Und um das zu belegen, schauten sich die Studienautoren rund 300 börsennotierte Versicherer weltweit an. In den Jahren 2017 bis 2021 schafften es danach 54 Prozent von ihnen nicht, ihre Kapitalkosten wieder einzuspielen. Jeder vierte verfehlt sie sogar um mehr als 5 Prozentpunkte.
Was ist also zu tun? Die Studienautoren zitieren hier Punkte aus einer drei Jahre alten McKinsey-Studie. Alle sind nicht neu oder gar revolutionär, sondern eher Grundlagen für gutes Wirtschaften: Zum Beispiel das Kapital dynamisch zwischen den Geschäftszweigen umzuschichten. Oder einen beträchtlichen Teil des Kapitals in organisches Wachstum und Entwicklung zu reinvestieren. Oder auch die Versicherungsmargen zu erhöhen.
Offenbar ist den Studienautoren selbst aufgefallen, wie allgemeingültig und beliebig diese Punkte klingen. Denn sie reichen zusätzlich neun Hebel nach, an denen Versicherer ziehen sollen, um sich in die Erfolgsspur zu bringen. Bemerkenswert ist davon vor allem Punkt 1, nämlich: Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung zum Kernbestandteil des Geschäftsmodells zu machen. Passt ja genau in das große Trendthema unserer Zeit.
Welche Hebel gibt es noch? Man könne zum Beispiel die eigene Relevanz erhöhen, indem man neue Produkte entwickelt und neue Risiken abdeckt. Oder andere Ökosysteme und Insurtechs mit einbinden, vielleicht auch neue Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter entwerfen und – das wäre in der Tat mal hilfreich – die Kerntechnologie auf den neuesten Stand zu bringen. Nun denn.
Jingle In den Überlegungen um eine allgemeine Impfpflicht gibt es Vorstöße der Politik, die Krankenversicherungen – gesetzliche und private – mit einzubinden. Bei der Aufklärung gehen die Unternehmen mit, bei einer Kontrolle der Impfungen aber nicht. „Gesetzliche und private Krankenversicherungen