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CIW199 - Zelph

Published 12 hours ago
Description

CIW - Folge 199 - 04.11.2026 - Zelph

  • Wir begrüssen alle Inferenzer zur Folge 199 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft aus der FOSSWELT, aufgenommen am 29. Oktober von Stefan Zipproth und Ralf Hersel. In dieser Folge reden wir über die Schlussfolgerungsmaschine Zelph.

Hausmitteilungen

  • Wir haben mit dem sanften Wechsel des GnuLinux-Logos auf das FOSSWELT-Logo begonnen. Von diesem Wechsel werdet ihr bis Anfang 2027 mehr sehen. Zurzeit ist gnulinux.ch weiterhin unsere Hauptdomäne. Ihr könnt uns auch über fosswelt.org und flosswelt.org erreichen. Zum Ende des ersten Quartals 2027 wird fosswelt.org unsere Hauptdomäne sein. Alle anderen Adressen zeigen dann auf fosswelt.org. Die anderen Adressen bleiben bestehen.

Thema: Zelph

  1. Begrüssung von Stefan
  2. Was ist Zelph?
    • zelph (klein geschrieben, so heisst das Projekt) ist ein Programm, dem man Fakten und Regeln gibt. Es leitet alles ab, was daraus folgt, und nennt zu jedem Ergebnis die Aussagen, aus denen es folgt. Seine Logikregeln raten nicht.
    • Wozu das gut ist: Wikidata, die freie Wissensdatenbank der Wikimedia-Projekte, hat über 120 Millionen Einträge. zelph sucht darin nach Aussagen, die nicht zugleich stimmen können.
  3. Wie hat alles angefangen? Was haben ein Buch von Douglas Hofstadter und ein Programm namens SHRDLU damit zu tun?
    • Hofstadters "Gödel, Escher, Bach" von 1979 handelt von Systemen, die über sich selbst sprechen können. Das Buch bekam 1980 den Pulitzer-Preis und erschien 1985 auf Deutsch.
    • Darin unterhält sich ein Mensch auf Englisch mit SHRDLU, einem Programm von Terry Winograd (MIT, 1968–1970), über eine Welt aus Bauklötzen. SHRDLU lernt neue Begriffe, widerspricht falschen Behauptungen und beantwortet eine ganze Kette von "Warum?"-Fragen.
    • Gespräche führt zelph keine, aber es gehört in diese Tradition: Auch zelph kann zu jedem Ergebnis sagen, warum.
  4. Du hast in den 1990ern Informatik studiert und dich auf KI spezialisiert. Was hiess KI damals, und was ist Prolog?
    • In Stefans Studium waren die Programmiersprachen Lisp und Prolog die Werkzeuge der KI. Neuronale Netze, die Technik hinter den heutigen Chatbots, spielten dort nur eine Nebenrolle.
    • Prolog entstand um 1972 in Marseille (Alain Colmerauer, Philippe Roussel). Man schreibt dem Computer kein Rezept, sondern beschreibt, was wahr ist, und stellt eine Frage; den Beweis sucht der Computer selbst. Erfunden wurde Prolog für ein System, mit dem man sich in einem eingeschränkten Französisch mit dem Computer unterhalten konnte.
    • In einem Prolog-Praktikum baute Stefan ein Textadventure, ein Spiel mit getippten Befehlen. Die Spielwelt sind Fakten, die Spielregeln sind logische Regeln, und das Verstehen der Befehle (Fachwort: Parser) ist eine Grammatik, die zugleich das Programm ist.
  5. Programmiersprachen sind ja auch Sprachen. Was ist eine formale Sprache?
    • Eine Sprache, deren Regeln vollständig und exakt aufgeschrieben sind. Programmiersprachen sind zusätzlich so gebaut, dass eine Maschine bei jedem Satz entscheiden kann, ob er dazugehört, und ihn auf genau eine Weise liest.
    • Ein Compiler, das Werkzeug, das ein Programm für den Computer übersetzt, versteht ein Programm nie "ein bisschen falsch": Entweder versteht er es genau so, wie es dasteht, oder er meldet einen Fehler mit Zeile und Spalte. Das kennt man aus der Schule: Bei 2 + 3 × 4 legt "Punkt vor Strich" fest, dass 14 herauskommt und nicht 20.
    • Unsere Alltagssprache ist dagegen mehrdeutig: "Der Mann sah die Frau mit dem Fernglas." Wer hat das Fernglas? Beide Lesarten sind richtig; Menschen wählen je nach Zusammenhang eine davon, ohne es zu merken. Ein Programm, das nicht raten soll, braucht dafür eine Regel.
  6. Japans "Fifth Generation"-Projekt und das amerikanische Cyc: Warum sind die grossen Logik-Projekte der 19
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