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„Ein kleiner Friedenskeim“: Musik für den Frieden – heute Abend in Badenweiler – SWR unterbindet Beitrag

Published 23 hours ago
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Ist die Politik außen vor, funktioniert es auch mit dem Frieden. Zu diesem Schluss lässt sich kommen, wenn man sieht, was Ulrike und Thomas Vogt mit ihrem Projekt Musik für den Frieden auf die Beine stellen. Heute Abend geben rund 60 junge Menschen aus Deutschland und Russland in Badenweiler ein Konzert mit dem Titel: „Peace in Concert“. Im NachDenkSeiten-Interview erzählt der Musikpädagoge Thomas Vogt von dem Projekt und berichtet von einem geplanten Beitrag des SWR. Dieser sollte über die Kulturredaktion laufen – mit Interviews der jugendlichen Musiker. Doch dann, so Vogt, habe die SWR-Nachrichtenredaktion den Beitrag unterbunden. Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Herr Vogt, Sie und Ihre Frau haben das Musikprojekt auf die Beine gestellt. Was ist Ihre Motivation?

Unser Projekt „Musik für den Frieden“ haben meine Frau Ulrike und ich bereits 2018 ins Leben gerufen. Uns verbindet der starke Wunsch, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, etwas für den Frieden zu tun. Das sind die Musik und die Pädagogik. Musik kann Brücken bauen, über alle Grenzen hinweg, von Herz zu Herz. Gerade junge Menschen lassen sich davon begeistern. Wenn sie gemeinsam ein Konzert vorbereiten, auf ein Ziel hinarbeiten und schließlich zusammen auf der Bühne stehen, entsteht eine besondere Verbundenheit. Daraus wachsen Freundschaften, die oft über viele Jahre halten. Diese Begeisterung und die persönlichen Beziehungen haben unser Projekt auch durch politisch schwierige Zeiten getragen.

Worum genau geht es bei diesem musikalischen Friedenscamp? Was machen die jungen Leute heute Abend?

Heute Abend wird das Konzert „Peace in Concert“ um 19.00 Uhr im Festspielhaus in Badenweiler stattfinden. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten. Wir hoffen natürlich, dass viele Menschen zu unserem Konzert kommen und unsere Friedensbotschaft hören. Die Zuhörer werden erleben, dass 60 junge Menschen begeistert ihr intensiv geprobtes Programm zu Gehör bringen. Die Sängerinnen und Sänger präsentieren deutsche, russische und englischsprachige Songs mit farbenprächtigen Kostümen und mitreißenden Tanzchoreografien. Niemand im Publikum wird sagen können, wer nun russisch und wer deutsch ist. Das spielt auch keine Rolle mehr. Die Musik und der Tanz bringen das rein Menschliche zur Geltung.

Ihr Friedenscamp findet zu einer Zeit statt, wo die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland auf dem Tiefpunkt angelangt sind – zumindest auf der politischen Ebene. An vielen Stellen wurden Brücken zerstört – Sie haben eine Brücke gebaut. Wie ist die Stimmung unter den jungen Leuten? Spielt die Politik eine Rolle?

Die wunderbare Atmosphäre hier in unserem Music Peace Camp macht uns große Hoffnung. Wir erleben, wie junge Menschen aus Deutschland und Russland ganz selbstverständlich aufeinander zugehen, miteinander musizieren, lachen und Freundschaften schließen. Uns ist bewusst, dass „Musik für den Frieden“ nur ein kleiner Friedenskeim ist. Aber wenn er gepflegt wird, kann daraus eines Tages ein großer Friedensbaum wachsen. Wir hoffen, dass viele Menschen diese Idee aufgreifen und weitertragen. Unser großer Traum ist, dass daraus irgendwann ein Deutsch-Russisches Jugendwerk entsteht, ähnlich dem Deutsch-Französischen Jugendwerk, das über Jahrzehnte zur Freundschaft zwischen einst verfeindeten Nationen beigetragen hat.

Wir sprechen auf dem Camp bewusst nicht über Politik. Wir sprechen über unsere persönlichen Erfahrungen, unsere Gefühle, Hoffnungen und Wünsche. Wir wollen uns auf der zwischenmenschlichen Ebene begegnen. Uns ist klar, dass wir die große Politik nicht verändern können. Wir können aber im zivilgesellschaftlichen Raum den Boden der Verständigung und des Aufeinander Zugehens bereiten. Auf

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