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Emma tritt ab und die taz tritt nach

Published 3 days, 16 hours ago
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Die letzte Ausgabe der Zeitschrift Emma wird am 8.12. erscheinen. Das Ende von Emma nach einer 50-jährigen Erfolgsgeschichte ist von vielen Medien und auch in den sozialen Netzwerken umfangreich kommentiert worden. Der taz ist das Ende von Emma gleich mehrere Artikel wert. Weniger mit der Intention, zu würdigen, als mit der Intention, nochmal betonen zu müssen, wo Schwarzer nach Meinung der taz „falsch abgebogen“ sei. Ein Kommentar von Anette Sorg.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Carolina Schwarz kommentiert am 21.10. wie folgt:

„Doch sollte es einen nicht bestürzen, wenn in Zeiten eines reaktionären Backflashs und einer zunehmenden Faschisierung ein feministisches Magazin eingestellt wird? Eigentlich ja, doch die Emma hat der feministischen Bewegung gerade in den letzten Jahren mehr geschadet als genutzt. Und das liegt an ihrer Chefin Alice Schwarzer.

Möchte man ihre politische Haltung zusammenfassen, weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Bei ihren transfeindlichen Positionen oder ihren rassistischen Stereotypen über migrantische und vor allem muslimische Männer? Bei ihren einseitigen Haltungen zu Pornografie, Prostitution und Kopftuch? Bei ihrer realitätsverdrehenden Haltung zum Ukrainekrieg? Bei ihrer rechtsoffenen Haltung?“

Simone Schmollack äußert sich am 23.10. so:

„Die feministische Journalistin Alice Schwarzer konnte irre nerven. Aber sie war eine Stimme für Frauen, und sie hat Frauen eine Stimme gegeben. Das trägt bis heute.“

Dieser überwiegend freundlichen Aussage setzt sie sofort einen Kontrapunkt:

„Bei aller berechtigter Kritik an Alice Schwarzer – ihre transfeindlichen Ansichten, ihre übertriebene Kopftuchkritik, ihre Härte gegenüber Prostitution und Pornografie, ihr scheinheiliges Friedensgefasel in Sachen Ukraine, ihr Steuerskandal – sie bleibt doch eine der bedeutendsten Personen der feministischen Zeitgeschichte.“

Manchmal sagt das Geschriebene mehr über die schreibende Person als über die beschriebene Person. Man spürt förmlich den krampfhaften Versuch der beiden Journalistinnen, ihre richtige (!) Haltung unter die Leser zu bringen und Alice Schwarzers Verdienste zwar – notgedrungen – zu erwähnen, sie im selben Atemzug aber mit Erwähnung ihrer aktuellen politischen Einstellungen zu diskreditieren.

Nicht einmal die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), ein konservatives Medium, relativiert Schwarzers Lebensleistung mit deren politischen Aussagen und Handlungen der jüngeren Zeit. Dort hätte man es eher erwartet. Vermutlich stimmt jedoch, was Schwarzer gegenüber der Zeit sagte: dass der meiste Gegenwind in ihrer Laufbahn von linken Frauen gekommen sei.

Fakt ist, dass man in Deutschland sehr schnell zur „persona-non-grata“ oder wie das so schön formuliert wird, zur „umstrittenen“ Person werden kann, ganz unabhängig von der individuellen Lebensleistung. Man muss „nur „mit der falschen Person ein gemeinsames Ziel haben (Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer demonstrierten gemeinsam für Frieden), man muss „nur“ das Kopftuch muslimischer Frauen als Unterdrückungsinstrument beurteilen, gegen Prostitution und Pornografie sein. Oder man muss eine kritische Haltung zu Transpersonen und deren daraus abgeleiteter Rechte haben, ohne diese Menschen deshalb diskriminieren zu wollen. So wie es übrigens auch der Oberste Gerichtshof des Vereinigten Königreichs am 16. April 2025 formuliert hat. Das reicht in Deutschland, um 50

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