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Wie wäre es damit, bei den Querdenkern um Verzeihung zu bitten, Herr Precht?

Published 3 days, 20 hours ago
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„Ich hatte die Erfahrung, dass mein Vater bei der zweiten Impfung einen Komplettzusammenbruch erlitten hatte“ – das sagt Richard David Precht aktuell im Podcast „Ronzheimer“ (ab 42:50). Der Autor spricht auch an, dass er seinen Vater zur Impfung gedrängt hatte. Die Lehre: „Ich werde nie wieder jemanden drängen, sich impfen zu lassen – wie meinen Vater“, so Precht. Eine bittere Tragik kommt zum Vorschein, in der Häme keinen Platz haben sollte – egal wie sehr Precht auch in der Coronazeit Querdenker verachtete. Etwas Grundlegendes wird deutlich: Was in der Coronazeit passiert ist, wirkt bis heute nach. Eine Aufarbeitung ist unabdingbar. Von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Der Druck in der Coronazeit war unmenschlich. Bürger waren einer staatlichen Gewalt ausgesetzt, die Grundrechte als Druckmittel missbraucht hat. Die Coronaimpfung war quasi Pflicht. Wer „guter“ Bürger sein wollte, ließ sich impfen. Wer ein „Spinner“ war, wer ein „Querdenker“ war, wer dem „Gemeinwohl“ Schaden zufügen wollte, der verweigerte sich der Impfung. So zumindest war jene Stimmung, die Politiker im Verbund mit Experten und Medien erzeugten.

Doch in dieser Zeit gab es nicht nur eine Übergriffigkeit des Staates. Auf dem Boden der politisch und medial erzeugten „Wahrheit“ überquerten auch Arbeitskollegen, Freunde und Familienmitglieder eine rote Linie.

Ohne Fachkompetenz verstanden sie sich als Impfexperten – und übten zu dem politischen Druck von außen auch noch Druck von innen aus.

„Die Schwester, die sich nicht impfen lassen will? Die braucht an Weihnachten gar nicht vorbeizukommen!“

„Der Kollege, der ein Impfverweigerer ist: Der wird ab jetzt ignoriert!“

„Der alte Vater im Heim, der sich weigert, sich der Impfung zu unterziehen, der wird ab jetzt nicht mehr besucht!“

Eine individuelle Gesundheitsfrage, die einen weitreichenden Eingriff am Körper bedingte, war zur Frage geworden, über die sich die Gesellschaft und das Umfeld herausnahm zu entscheiden.

So wie die Grundrechte auf dem Boden lagen, lag auch das Recht auf die individuelle körperliche Selbstbestimmung am Boden.

Der Philosoph Richard David Precht hat – nach seinen eigenen Worten – seinen Vater zur Impfung gedrängt. Die Konsequenzen waren fatal. Der Vater erlebte einen schweren, weitreichenden gesundheitlichen Zusammenbruch.

Precht hat das Erlebte im Podcast von Paul Ronzheimer öffentlich gemacht.

Das war wichtig – im Hinblick auch auf die weitere Einordnung und Aufarbeitung der Coronazeit.

Auch wenn Precht es nach außen hin ruhig und redegewandt vorträgt: Man merkt ihm an, dass ihn dieses Erlebnis belastet.

Er, der sich gar mit dem Buch „Von der Pflicht“ in der tief dunklen Coronazeit im Frühjahr 2021 in weiten Teilen hinter die Coronamaßnahmen gestellt hat, musste selbst eine bittere Erfahrung machen.

Noch im April 2021 sagte Precht in der ZDF-Sendung „Volle Kanne“ auf die Frage, wie Precht mit einem Menschen umgehe, der sich in der Querdenkerblase befinde:

Also, ich habe solche Gespräche in der Tat das eine oder andere Mal gehabt. Ich würde nicht mehr versuchen, ihn zu gewinnen. Und zwar ist der Grund relativ einfach: Die Grundstruktur, die psychische Grundstruktur dieser Menschen besteht nicht darin, die Wahrheit herauszufinden, sondern recht zu haben. Das sind zwei ganz unterschiedliche Motive.

Und wenn es mir darum geht, um jeden Preis recht haben zu wollen und nicht zu versuchen herauszubekommen, was dann vielleicht wirklich objektiv ist, dann macht das Gespräch keinen Sinn. Weil die Leute hätten ein Problem mit ihrem Sel

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