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Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit LVI – „Anpacken und mithelfen“ an der „europäischen Front“!

Published 5 days, 1 hour ago
Description

Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. – Diesmal geht es um unsere „unverbrüchliche Solidarität“ mit dem von Russland angegriffenen Land. Von Leo Ensel.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

anpacken und mithelfen
„Wir brauchen jeden, der anpacken kann, mithelfen kann bis hin zum Militärdienst in der Ukraine.“ Kanzler Merz wollte damit sagen: „Wir – Präsident Selenskyj und ich, nein: der gesamte kollektive Westen – dulden es nicht mehr, dass aus der Ukraine ‚zu einem beachtlichen Teil junge Männer im Alter zwischen 18 und 24‘ nach Deutschland kommen, weil der Wehrdienst in der Ukraine erst mit 25 beginnt. Wir werden ab sofort anpacken und mithelfen, diese vaterlandslosen Verräter dorthin zu deportieren, wo sie hingehören: an die Front!“ (vgl. „personelle Grenze“)

Busifizierung
Zur Abwechselung mal kein Lügenwort! Es beschreibt absolut korrekt die Menschenjagd auf offener Straße in dem berühmten, von Russland angegriffenen Land: Das Kidnapping und anschließende Verfrachten in Busse von kriegsunwilligen – oder -unfähigen – Männern aller Alters- und Gesundheitsstufen im Dienste der ukrainischen Armee. Postsowjetisches Planziel: 30.000 frische Männer pro Monat fordert der menschenfressende Moloch! (Kleine Einschränkung: Sollten die „Busifizierten“ zufälligerweise gerade 50.000 bis 70.000 US-Dollar dabei haben, werden Sie von den Jägern auch gerne direkt ins – sichere? – Ausland eskortiert.) (vgl. „anpacken und mithelfen“)

europäische Front
„Es sind die Ukrainer, die die europäische Front halten“, deklarierte Wolodymyr Selenskyj auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2026 und verwies auf die hohen Opfer, die das Land gebracht habe. Hinter der Ukraine stünden „ein unabhängiges Polen, die freien baltischen Staaten, Moldau, Rumänien – ohne Diktatoren“. (Die alle ein süßes Leben führen, dank hunderttausender toter ukrainischer Helden.) – Und damit bereitete Selenskyj en passant schon mal die fällige Dolchstoßlegende für die kommende ukrainische Niederlage vor. Es ist der slawische Klassiker: Ob Russland im 13. Jahrhundert in seinem Abwehrkampf gegen die Mongolen, ob Serbien 1389 in der (verlorenen) Schlacht am Amselfeld gegen die Osmanen, ob einige Jahrhunderte später Polen als „Christus unter den Völkern“ oder nun die Ukraine „in ihrem Abwehrkampf gegen die angreifende russische Diktatur“ – stets waren (und sind) es die slawischen Völker, die das christliche Abendland (oder dessen Werte) gegen die aus den endlosen Steppen des unzivilisierten Ostens vorrückenden barbarischen Horden gerettet haben. Und – der entscheidende Kern des Mythos – Europa hat es ihnen nie gedankt! – Eine Legende, die sich lohnen wird: Sie wird nicht nur die ukrainische Schuld kaschieren – immerhin führte Kiew bis zur russischen „Vollinvasion“ im Februar 2022 fast acht Jahre lang Krieg gegen die eigene Bevölkerung im Donbass, um die 14.000 Menschen kamen ums Leben –, sie wird das ideale Erpressungsmittel sein, um das westliche schlechte Gewissen ad infinit

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