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Back to EpisodesWarum war eine Republik historisch keine Demokratie? - Republikanische Versprechen und der Kampf um politische Teilhabe | Fakten zum Einschlafen: Geschichte
Description
Heute gehen die Begriffe „Republik“ und „Demokratie“ für die meisten Menschen nahtlos ineinander über. Doch diese Annahme hätte unsere Vorfahren vor dem zwanzigsten Jahrhundert zutiefst verwundert. Für die Architekten der ersten Republiken war die Herrschaft ohne König keineswegs gleichbedeutend mit der direkten Herrschaft des Volkes. Vielmehr sahen sie in der ungebremsten Volksherrschaft eine Gefahr für Freiheit, Eigentum und das Gemeinwohl. Diese Episode zeichnet den historischen Weg nach, wie das Konzept der Republik von der römischen Mischverfassung über die politischen Theorien der Renaissance bis hin zu den amerikanischen und französischen Revolutionen die Staatsformen prägte.
Dabei wird deutlich, dass Systeme, die ihre Macht vom Volk ableiteten, über Jahrhunderte hinweg so konstruiert waren, dass sie die meisten Menschen von der politischen Teilhabe ausschlossen. Frauen, Sklaven und Besitzlose galten nicht als die tugendhaften, unabhängigen Bürger, die ein Gemeinwesen lenken sollten. Doch genau diese elitären Strukturen bargen einen entscheidenden Konflikt in sich: Die mächtige Sprache der republikanischen Freiheit ließ sich gegen ihre eigenen Schöpfer wenden.
Bei der Arbeit an dieser Episode kehrte ich immer wieder zu einer faszinierenden Frage zurück: Wie konnten politische Ideale, die ursprünglich zur Rechtfertigung von Ausschluss entworfen wurden, am Ende genau diesen Ausschluss zu Fall bringen? Es ist die Geschichte davon, wie ausgeschlossene Gruppen sich das Vokabular der Republik aneigneten und es zwangen, seine eigenen Versprechen einzulösen.