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#136 Bangladesch: Müllhalde mit Melone

#136 Bangladesch: Müllhalde mit Melone

Season 2 Episode 136 Published 1 week ago
Description

In dieser Podcast-Episode berichte ich von meiner Reise nach Bangladesch – einem Land, das ich trotz freundlicher Menschen, schmackhaftem Essen und extrem günstigen Preisen als absolute Müllhalde, laut, dreckig und verkehrstechnisch völlig chaotisch erlebe. Schon die Ankunft am Flughafen in Dhaka erweist sich als Herausforderung: Mein gebuchtes Uber-Taxi finde ich kaum, weil die Nummernschilder in bengalischen Ziffern geschrieben sind, die ich nicht lesen kann. Die erste Fahrt ins Hotel dauert für weniger als zehn Kilometer über eine Stunde, was mir einen ersten Vorgeschmack auf den extremen Verkehr gibt. In meinem Hotel angekommen, mache ich mich auf den Weg zu einem nahegelegenen Mittelklasse-Restaurant, um ein Linsencurry (Daal) zu essen. Der Besitzer ist so erfreut über meinen Besuch, dass er mir sogar einen Rabatt gewährt. Doch die Freude währt nicht lange: Bereits vier Stunden später wache ich mit heftigen Magen-Darm-Krämpfen auf und muss dreimal innerhalb von zehn Minuten auf die Toilette. Ich führe diese Reaktion auf Bakterien zurück, die sich in den warmgehaltenen Speisen gebildet haben. Am nächsten Tag erkunde ich die Umgebung und fahre nach Panam City, einer historischen Kolonialstadt mit beeindruckenden, aber stark verfallenen Gebäuden aus dem 14. Jahrhundert und der britischen Kolonialzeit. Mein Taxifahrer wartet auf mich, während ich die alten Bauten und eine über 500 Jahre alte Moschee besichtige. Das Fortkommen gestaltet sich jedoch zunehmend schwierig: Das Uber-System funktioniert kaum, da die Fahrer oft anrufen, aber kein Englisch sprechen, die Buchungen wieder stornieren oder den Standort nicht finden. Einmal warte ich vergeblich zwei Stunden lang auf ein Taxi und muss aufgeben. Schließlich wage ich mich zu Fuß durch die Altstadt von Dhaka. Ich durchquere den Kleidermarkt Islamapur und den Papiermarkt, wo mich die engen, völlig verstopften Gassen und der omnipräsente Müll schockieren. Überall verflüssigen sich Müllberge, und an Straßenständen wird eine übelriechende Mischung aus verfaulten Melonenresten und Flüssigkeiten angeboten. Besonders nahe gehen mir die Begegnungen mit Bettlern: Zwei kleine Mädchen im Alter von etwa drei und vier Jahren klammern sich an mein Trikot und lassen nicht mehr los. Die sichtbare Armut, Obdachlosigkeit und der erschütternde Anblick von Tieren, die auf engstem Raum in winzigen Käfigen verkauft werden, stumpfen mich zwar ab, hinterlassen aber ein tiefes Gefühl der Hilflosigkeit. Selbst abends im Rooftop-Restaurant werde ich von der aufdringlichen Höflichkeit des Personals erdrückt, das mir beim Essen zusieht. Nach drei Tagen beende ich meine Tour durch Dhaka und fliege weiter nach Kalkutta in Indien. Mein Fazit fällt zwiespältig aus: Obwohl Bangladesch außerhalb der Megacitys sicherlich schöne Naturregionen, Tempel und Nationalparks bietet, haben mich das schiere Chaos, der Müll, der Lärm und das menschliche Leid emotional zutiefst erschüttert.

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