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Planwirtschaft trifft Arztpraxis mit KBV-Chef Dr. Andreas Gassen

Planwirtschaft trifft Arztpraxis mit KBV-Chef Dr. Andreas Gassen

Episode 110 Published 8 hours ago
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Über Facharzttermine, Budgetierung und verbindliche Patientensteuerung

Wer einen Facharzttermin sucht, braucht mitunter Geduld. Gleichzeitig klagen Arztpraxen über Bürokratie, Budgetierung und zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Und in den Notaufnahmen landen noch immer viele Patientinnen und Patienten, die eigentlich ambulant versorgt werden könnten. Wo liegen die Ursachen – und wie lässt sich das ändern?

Zu Gast bei Béla Anda ist Dr. Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Als niedergelassener Orthopäde, Unfallchirurg und Rheumatologe kennt er den Praxisalltag ebenso wie die gesundheitspolitischen Auseinandersetzungen in Berlin.

Gassen kritisiert seit Jahren, dass die Politik versucht, ein von selbstständigen Ärztinnen und Ärzten getragenes System mit immer mehr Vorgaben und aus seiner Sicht planwirtschaftlichen Instrumenten zu steuern. Viele Probleme, die unmittelbar den Praxen zugeschrieben werden, seien tatsächlich strukturell bedingt.

Ein Beispiel sind die viel diskutierten Wartezeiten auf Facharzttermine. Muss jeder Patient möglichst schnell einen Termin bekommen – unabhängig von der medizinischen Dringlichkeit? Oder müssen wir akzeptieren, dass begrenzte Ressourcen auch bedeuten, stärker zu priorisieren? Gassen plädiert dafür, vor allem dort schnelle Versorgung sicherzustellen, wo sie medizinisch notwendig ist.

Damit geht es auch um einen zentralen Punkt der geplanten Notfallreform: die verbindliche Patientensteuerung. Wer benötigt tatsächlich die Notaufnahme? Wer kann ambulant behandelt werden? Welche Rolle spielen dabei die 112 und die 116117 – und wie kann verhindert werden, dass Patienten selbst entscheiden müssen, welche Anlaufstelle für ihre Beschwerden die richtige ist?

Eine Folge über die Grenzen unseres Gesundheitssystems, politische Fehlanreize und die Frage, ob eine bessere Versorgung nicht zwangsläufig mehr Angebote braucht – sondern vor allem eine bessere Steuerung.

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