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Back to Episodes«Jetzt muss die Waadt wohl auch Sozialausgaben kürzen»
Published 4 days, 3 hours ago
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Die Waadt ist ein volkswirtschaftliches Laboratorium, mit tiefen Unternehmenssteuern und einem starken Sozialstaat. Trotz Defiziten hat sich das Volk für tiefere Einkommens- und Vermögenssteuern ausgesprochen. «Jetzt braucht es politische Kompromisse», sagt Volkswirtschaftsprofessor Marius Brülhart.
In der Waadtländer Politik braut sich etwas zusammen. Die Bevölkerung hat sich für eine lineare Steuerkürzung von 12 Prozent bei den Einkommens- und Vermögenssteuern ausgesprochen, obwohl die Regierung fürs kommende Jahr bereits ein Defizit von über 360 Millionen Franken budgetierte und von den Auswirkungen der Initiative warnte. Nach der Annahme der Initiative kommen nun weitere 272 Millionen Franken Steuerausfälle dazu. Marius Brülhart, Volkswirtschaftsprofessor und Steuerexperte an der Universität Lausanne, beobachtet die Situation mit einigem Interesse. Kurzfristig könne sich die Regierung wohl durchschlängeln und Reserven anzapfen, längerfristig müsse sie aber wohl eisern sparen. Die Folgen hat Marius Brülhart bereits bei «seiner» wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Lausanne beobachten können. Trotzdem geht er nicht davon aus, dass es zu einem grossen Staatsabbau und Massenentlassungen kommen wird, aber Brülhart sagt: «Die Waadt wird wohl auch bei den Sozialausgaben kürzen müssen.»
Marius Brülhart ist im Tagesgespräch bei Philippe Reichen