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#135 Malediven – Traumstrände mit „kleinem“ Haken
Description
Im Rahmen meiner mehrwöchigen Reise durch verschiedene Länder landete ich spontan auf den Malediven, nachdem ich zufällig ein Bild des beeindruckenden Flughafens der Hauptstadt Malé entdeckt hatte. Ursprünglich vermutete ich die Inselgruppe nahe Mauritius, doch sie liegt südwestlich von Indien bei Sri Lanka. Da ich mich ohnehin in der Nähe befand, integrierte ich diesen Abstecher kurzerhand in meine Reise.
Mein Aufenthalt begann in Malé, der am dichtesten besiedelten Hauptstadt der Welt. Entgegen meiner Befürchtungen wirkte das Chaos überschaubar, da riesige Wolkenkratzer fehlen. Stattdessen prägen unzählige Motorräder und überfüllte Straßen das Bild, während Autos aus Mangel an Parkplätzen kaum vorhanden sind. Zwar wirkte die Stadt funktional und relativ günstig, doch nach wenigen Stunden hatte ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bereits erkundet. Kulinarisch bot mir ein preiswerter Food Court am Hafen eine große Auswahl an Buffets. An den Stränden von Malé gilt aus Respekt vor der lokalen muslimischen Kultur ein striktes Bikini-Verbot – ein Prinzip, das ich vor Ort vollkommen akzeptiere, das jedoch Fragen zur westlichen Doppelmoral aufwirft.
Nach Malé setzte ich mit einer extrem günstigen Fähre für nur einen Euro auf die ruhigere Insel Gulhi über. Dort bezog ich ein wunderschönes Zimmer mit Panoramafenstern und Blick auf das türkisblaue Meer. Wegen der Monsunzeit im September und Oktober profitierte ich zwar von günstigen Preisen, musste jedoch meist mit verhangenem Himmel vorliebnehmen. Obwohl die Kulisse auf den ersten Blick paradiesisch wirkt, offenbarte der Strand schnell seine Schattenseiten: Das Wasser ist extrem flach, der Grund voller scharfer Korallenteile sowie dichter Algen, was echtes Schwimmen nahezu unmöglich macht. Stattdessen eignet sich der Ort vor allem als fotogene Kulisse für den Tourismus.
Besonders absurd empfand ich die Energieversorgung vor Ort. Während in Deutschland im Namen des Klimaschutzes strenge Auflagen, hohe CO2-Steuern und Verbote gelten, um ein angebliches Absaufen der flachen Malediven zu verhindern, wird auf den Malediven jede einzelne Insel autark durch riesige Dieselgeneratoren mit Strom versorgt. Zudem wird Müll unbedacht verbrannt oder landet im Meer, was den weltweiten Umweltbemühungen spöttisch entgegenzuwirken scheint.
Abschließend ging es für mich mit einem Speedboat weiter nach Maafushi, um die letzten Tage im Hotel zu verbringen und den gewohnten Komfort eines Swimmingpools zu genießen. Die Malediven sind optisch ohne Zweifel ein atemberaubendes Reiseziel, doch der Schein der makellosen Postkartenmotive trügt bei genauerem Hinsehen erheblich.