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Oktoberfest 2026: Wie die Aicher Ambulanz auf der Theresienwiese Leben rettet
Description
Zwischen Festzelt und Schockraum: Notfallmedizin auf dem Oktoberfest
Das Oktoberfest ist das größte Volksfest der Welt – und für den Rettungsdienst eine medizinische Ausnahmesituation. Hunderttausende Menschen feiern gleichzeitig auf der Theresienwiese. Wo so viele Menschen zusammenkommen, passieren nicht nur typische Wiesn-Unfälle: Auch Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere lebensbedrohliche Notfälle gehören zum Einsatzalltag.
In dieser Folge von „Lebensretter“ spricht Dr. Philipp Kampmann, Chefarzt der Aicher Ambulanz auf dem Oktoberfest, über die medizinische Seite der Wiesn.
Gleich die ersten Tage des Oktoberfests 2026 zeigen, wie nah Tragödie und erfolgreiche Rettung beieinanderliegen können: Bei einem schweren Unfall an einem Fahrgeschäft wird ein Mitarbeiter so schwer verletzt, dass er trotz sofortiger Reanimation und schnellstmöglichem Transport in einen Schockraum stirbt. Einen Tag später bricht ein 78-jähriger Besucher zusammen – zwei Bedienungen beginnen sofort mit der Wiederbelebung und halten seinen Kreislauf aufrecht, bis die professionellen Retter übernehmen können.
Kampmann erklärt, wie die medizinische Versorgung auf der Theresienwiese organisiert ist und warum die Einsatzkräfte trotz Hunderttausender Besucher innerhalb weniger Minuten beim Patienten sein können. Mehr als 430 Menschen arbeiten während der Wiesn für die Aicher Ambulanz, darunter 36 Ärztinnen und Ärzte. Mobile Teams und spezielle Tragenteams bahnen sich ihren Weg durch die Menschenmassen.
Auch die Sanitätsstation selbst hat mit einer klassischen Erste-Hilfe-Station nur noch wenig gemeinsam: Ein eigenes CT ermöglicht es beispielsweise, Kopfverletzungen direkt auf dem Festgelände abzuklären. Viele Patienten können dadurch vor Ort abschließend versorgt werden, statt die ohnehin stark belasteten Münchner Kliniken zusätzlich zu beanspruchen.
Ein großes Thema bleibt der Alkohol: Rund ein Drittel der Patienten wird wegen einer Alkoholintoxikation behandelt, ein weiteres Drittel wegen chirurgischer Verletzungen – von Stürzen und Schnittwunden bis zu Knochenbrüchen. Kampmann erklärt, wann aus einem Rausch ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall wird und warum gerade Bewusstseinsstörungen gefährlich sind.
Außerdem geht es um K.-o.-Tropfen, deren tatsächliche Häufigkeit, die Schwierigkeiten beim Nachweis und darum, warum die Wirkung des stärkeren Wiesnbiers immer wieder unterschätzt wird.
Und am Ende steht eine Botschaft, die weit über das Oktoberfest hinausgeht: Keine Angst vor Erster Hilfe. Helfen ist fast immer besser als nichts zu tun.
In dieser Folge:
Notfallmedizin mitten auf dem größten Volksfest der Welt
der tödliche Unfall an einem Fahrgeschäft und die Versorgung vor Ort
erfolgreiche Reanimation auf der Wiesn
mehr als 430 Einsatzkräfte und Eintreffzeiten von unter vier Minuten
das „kleine Krankenhaus“ auf der Theresienwiese
warum ein eigenes CT die Münchner Kliniken entlastet
Alkoholintoxikation: Wann wird der Rausch zum Notfall?
Stürze, Schnittverletzungen, Unterkühlung und andere typische Wiesn-Notfälle
K.-o.-Tropfen: tatsächliche Fälle, Verdachtsfälle und schwieriger Nachweis
Krisenintervention für Betroffene und Rettungskräfte
drei einfache Regeln für einen möglichst sicheren Wiesn-Besuch
und warum man bei Erster Hilfe keine Angst haben sollte, etwas falsch zu machen