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Euro als Weltwährung – Kann Europa geopolitisches Gewicht durch seine Währung zurückgewinnen?

Episode 357 Published 2 weeks ago
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In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, ob die Europäische Union den Euro gezielt zur Weltwährung ausbauen sollte. Ausgangspunkt ist das jüngste Treffen von Trump und Xi in Washington, das aus Sicht beider Gäste eine tektonische Verschiebung im geopolitischen Gefüge markiert: Die USA wenden sich zunehmend von Europa ab, während sich Washington und Peking trotz aller Rivalität in einem „konstruktiven Verhältnis strategischer Stabilität“ annähern.

Rürup fordert, Europa müsse währungspolitisch „erwachsen werden“ und dürfe nicht mehr auf den Schulterschluss mit den USA setzen. Ein starker Euro sei das dritte Gewicht gegen die Annäherung zweier Großmächte. Hüther verweist auf historische Parallelen – vom Nixon-Schock bis zur Euro-Einführung durch Kohl und Mitterrand – und plädiert dafür, Denkverbote in der deutschen Debatte über Eurobonds, eine gemeinsame Emissionsagentur und ein erweitertes EZB-Mandat aufzugeben. „Wir müssen die Chancen jedenfalls mal durchdenken, auch wenn da ein paar unangenehme Speiseteile mit drin sind“, sagt er.

Beide sehen in der aktuellen innenpolitischen Schwäche der Bundesregierung paradoxerweise ein mögliches Flaggschiff-Thema: eine mutige europäische Währungsinitiative als Antwort auf Extremränder, die den Euro und die EU infrage stellen.


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