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Wenn Himmel und Erde klingen

Published 1 week, 1 day ago
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Der Bibeltext Psalm 68,25-36 – ausgelegt von Brigitte Seifert.

Gottes Gegenwart im Gesang

„Vaya con Gott“ – „Geh mit Gott!“ Dieser Segenswunsch ist der Titel eines Films. Er erzählt von drei Mönchen. Nach dem Tod ihres Abtes fragen sie sich, wie es für sie weitergehen kann. Sie verlassen ihr Kloster und machen sich auf den Weg zum Hauptsitz ihrer Gemeinschaft in Italien. Das Besondere ihres Ordens ist der Gesang. Sie glauben, dass der Heilige Geist sich im Klang offenbart. Unterwegs wird jeder von ihnen aus einem anderen Grund unsicher in seiner Berufung.

Da geschieht es in einem Gottesdienst: Der Organist intoniert den Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Einer der drei Mönche stimmt mit seiner Solostimme ein – die Menschen in den Kirchenbänken schauen sich verwundert um. Der zweite Mönch lässt sich anstecken, dann der dritte … Ein wunderbarer Gesang! Der Organist zieht alle Register, die Gemeinde wird mitgerissen. Alle spüren: Hier berühren sich Himmel und Erde. Und die drei Mönche sind ihrer Berufung wieder gewiss. Ein Gottesmoment.

Gottesmomente wahrnehmen

„Man sieht, Gott, wie du einherziehst, wie du, mein Gott und König, einherziehst im Heiligtum.“ So formuliert es der Psalm.

Hier wird ein Festgottesdienst gefeiert. Musiker und Musikerinnen ziehen ein ins Heiligtum. Die Instrumente beginnen zu spielen. Gesang erklingt. Fröhlicher Lobpreis hallt durch den Raum, berührt die Herzen. Die Menschen merken, ja, sie sehen es regelrecht mit den Augen ihres Glaubens: Gott ist zu uns gekommen.

Oft habe ich das so ähnlich erlebt. Etwa in geistlichen Konzerten. Auch da empfinden viele der Zuhörenden: Hier ist mehr als nur die Musik. Etwas anderes, Größeres. Etwas, wofür die meisten heute keine Worte haben. Himmlisch, denken manche. Und sie haben recht! Andere sind wie die Psalmisten gewiss: Gottes heilige Gegenwart erfüllt den Raum. Ein Gottesmoment.

Gott braucht dazu kein Konzert. In ganz schlichten Andachten, in normalen Gottesdiensten, in der stillen Zeit kommt er zu uns. Nicht immer so deutlich spürbar. Doch wer das einmal erlebt hat, erkennt Gottes Nähe an vielen Stellen. Immer wieder.

Solche Gottesmomente können wir Menschen nicht machen. Sie lassen sich nicht herbeizwingen. Manchmal spüren wir nichts davon. Das bedeutet nicht, dass Gott nicht da wäre! Denn mit unseren natürlichen Sinnen können wir ihn nicht wahrnehmen. Wenn Gott sich uns so fühlbar mitteilt, ist das sein besonderes Geschenk.

An uns ist es, dass wir uns für ihn öffnen. Empfänglich werden für seine Nähe. „Gott ist gegenwärtig, lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten.“ Oder mit den Worten des Psalms: „Lobt Gott in den Versammlungen!“ Wir stellen uns bewusst darauf ein, ihm zu begegnen – egal, was wir gerade fühlen. Auf diese Weise entwickeln wir ein Gespür dafür, wie Gott sich uns mitteilt. Wir trainieren unser geistliches Wahrnehmungsvermögen.

„Die Erde ist randvoll mit Himmel, und in jedem gewöhnlichen Dornenbusch brennt Gott“, sagt die englische Dichterin Elizabeth Barrett Browning.

Weiter: „Aber nur jene, die sehen können, ziehen ihre Schuhe aus. Die anderen sitzen darum herum und pflücken Brombeeren.“

Gottvertrauen angesichts der Wirklichkeit

Die Augen des Glaubens sehen hindurch durch den Vorhang des Irdischen in die himmlische Welt. Sie sehen Gott als König, als den Herrn aller H

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