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Back to EpisodesWas dem Leben Sinn gibt
Description
Die Frage nach dem gelungenen Leben
Habe ich das Beste aus meinem Leben gemacht? Manchmal kommt diese Frage in Krisenzeiten des Lebens hoch: z. B. dann, wenn man bei einem Menschen eine schwere Krankheit diagnostiziert und es auf Messers Schneide steht, was aus seinem Leben wird.
Die meisten Menschen stellen die Frage aber zu einem Zeitpunkt, an dem eigentlich alles rund läuft, zu einem Zeitpunkt, an dem es wirklich niemand erwartet.
Ich habe die Frage bei der Frau eines Kollegen entdeckt. Sie hatten früh geheiratet, so Anfang 20.
Bald kam das erste Kind, dann das zweite und das dritte. Als sie irgendwann Mitte dreißig war, überlegte sie intensiv, ob sie noch das Abitur nachholen soll – in Abendkursen. Irgendwie lebte sie immer mit dem Gefühl: Ich habe etwas im Leben verpasst. Ich hätte gerne eine andere, eine bessere Ausbildung gemacht.
Ich habe die Frage bei einem alten Landwirt in meiner ersten Gemeinde entdeckt. Er musste die elterliche Landwirtschaft übernehmen. Aus beengten Verhältnissen heraus hatte er einen Aussiedlerhof gebaut, den Betrieb vergrößert. Geheiratet, 5 Kinder und sein Leben lang nur geschuftet. Eines seiner Kinder hat den Hof übernommen.
Immer wenn ich zu ihm kam, sinnierte er über diese Frage: War das okay, wie ich es gemacht habe? Hätte ich es nicht ganz anders in meinem Leben machen sollen?
Haben diejenigen das Beste aus ihrem Leben gemacht, die sehr reich geworden sind, oder diejenigen, die wirklich berühmt geworden sind?
Salomos Suche nach Erfüllung
Auch Salomo sinniert im zweiten Kapitel des Predigerbuches über diese Frage nach: Habe ich das Beste aus meinem Leben gemacht?
Salomo hat viele Lebensmodelle, viele Sinnmöglichkeiten für sein Leben ausprobiert. Was hat er nicht alles unternommen, um dem Leben auf die Spur zu kommen?
Salomo sagte sich: „Ich will es mit den Freuden des Lebens versuchen und herausfinden, was sie zu bieten haben! Doch ich merkte, dass auch dies vergeblich ist und keine Erfüllung bringt.“ (Prediger 2,1; HFA)
Er hat gelebt, dass die Fetzen fliegen. Wie modern doch Salomo schon damals war – oder wie altmodisch wir doch heute sind. Ich will tun, was mir Spaß macht. Ich will essen und trinken, Feste feiern und fröhlich sein, wenn es sein muss bis zum Rausch, bis zum Exzess. Im 1. Buch der Könige, Kapitel 5, wird beschrieben, was das den Königshof gekostet hat.
Unter anderem täglich 90 Sack Mehl, 30 Rinder und hundert Schafe. Doch am Schluss sagt Salomo: Alles eitel und Haschen nach Wind. Es hat mir nichts gebracht.
Auch das zweite Lebensmodell Salomos ist heute aktuell. Salomo arbeitete bis zum Umfallen, um darin den Sinn des Lebens zu finden. In den Versen 4–8 beschreibt er das:
„Ich schuf große Dinge: Ich baute mir Häuser und pflanzte Weinberge. Ich legte Ziergärten und Parks für mich an und bepflanzte sie mit Obstbäumen aller Art. Ich baute große Teiche …“ (HFA).
Salomo war der Erbauer eines der Weltwunder der Antike, des Tempels in Jerusalem.
Er hätte stolz sein können auf sein Lebenswerk. Doch als er einmal nüchtern und tiefgreifend Bilanz zieht über seiner Hände Arbeit, kommt er zu dem ernüchternden Urteil:
„Doch dann dachte ich nach über das, was ich erreicht hatte, und wie hart ich dafür arbeiten musste, un