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Back to EpisodesEntzaubert oder gestärkt? Als die Rechtspopulisten in Österreich in die Regierung kamen
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Ein Tabubruch – so empfanden es viele Menschen in Österreich, als die konservative ÖVP im Jahr 2000 auf Bundesebene erstmals eine Koalition mit der rechtspopulistischen FPÖ einging. Welche Folgen hatte diese Regierungsbeteiligung für die FPÖ? Und lassen sich aus dem Beispiel Österreich Schlüsse für Deutschland ableiten? Darum geht es in dieser Folge des Geschichtspodcasts von Frankfurter Allgemeiner Zeitung und Konrad-Adenauer-Stiftung.
Die erste schwarz-blaue Koalition im Jahr 2000 bedeutete für Österreich das Ende eines politischen Systems. Eines Systems, das viele Jahrzehnte von den beiden alles bestimmenden Parteien SPÖ und ÖVP geprägt war. Deren große Koalition hatte Tradition. Nun kamen die Rechtspopulisten um Jörg Haider mit an die Macht. Dabei war die FPÖ nicht zum ersten Mal Teil einer Bundesregierung: Bereits von 1983 bis 1986 regierte sie als Juniorpartner der SPÖ.
Mit dem damaligen österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) und dem Historiker Michael Gehler analysieren wir diese schwarz-blaue Wende. Und wir fragen, wie die Entwicklung der FPÖ zu der These passt, dass rechtpopulistische Parteien durch eine Regierungsbeteiligung nicht gezähmt, sondern gestärkt werden.
Mit Wolfgang Schüssel diskutieren wir zudem im Interview die sogenannte Brandmauer und seine Thesen zum Umgang mit rechtspopulistischen Parteien.
Q&A-Fragen
- Haben Sie Fragen an Michael Gehler? Schreiben Sie uns gern an podcast@faz.de oder kommentieren Sie bei Spotify.
- Außerdem interessiert uns: Wie beurteilen Sie die Folgen der ersten schwarz-blauen Koalition? Hat sie die FPÖ gestärkt oder geschwächt? Wie beurteilen Sie das konkrete Vorgehen von Wolfgang Schüssel?
- Wie ordnen Sie andere Beispiele in Europa ein, bei denen rechtspopulistische oder sogar in Teilen rechtsextreme Parteien an die Macht kamen? Haben Sie zu diesen Beispielen Fragen?
Die Fragen und Kommentare unserer Hörer besprechen wir kommenden Donnerstag in der Q&A-Folge – gemeinsam mit unserem Experten Michael Gehler. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise im Podcast verwendet werden.
Gäste:
- Michael Gehler, Professor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte an der Universität Hildesheim
- Wolfgang Schüssel, ehemaliger Bundeskanzler Österreichs
- Simon Strauß, Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Hosts:
- Christine Brunzel (Konrad-Adenauer-Stiftung)
- Angelika Fey (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Literatur:
- Csoklich, F.: Österreich: Der Weg zur schwarz-blauen Koalition. Herder-Korrespondenz, 54(3) 2000, 116.
- Csoklich, F.: Alarmzeichen nach der Wahl: In Österreich geht die ÖVP in die Opposition. Herder-Korrespondenz, 53(11) 1999, 563.
- Hillebrand, E.: Rechtspopulismus in Europa. Gefahr für die Demokratie? Bonn 2015.
- Sperl, G.: Der Machtwechsel. Österreichs politische Krise zu Beginn des 3. Jahrtausends. Wien 2000.
- Tálos, E. (Hg.): Schwarz-Blau. Bilanz des „Neu-Regierens“. Wien 2006.
- Böhm, W., Lahodynsky, L.: Der Österreich-Komplex. Ein Land im Selbstzweifel. Wien 2001.
- Fallend, F. et al.: Rechtspopulismus in Österreich. Zur Entwicklung der Freiheitlichen Partei Österreichs. Bundeszentrale für Politische Bildung 2018.
Online-Quellen:
- Akustische Chronik 1999-2000 auf mediathek.at.
- Tagesschau, ARD, 04.02.2000.
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