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Back to EpisodesAlles ist vergänglich
Description
Sinnfrage und Vergänglichkeit
„Das bringt doch alles nichts“, diese Redewendung höre ich immer wieder, wenn ein Projekt nicht den gewünschten Erfolg bringt. Der Prediger stellt solche Fragen noch grundsätzlicher. Gibt es überhaupt einen Sinn im Leben? Was soll die ganze Mühe und Arbeit? Am Ende werden wir doch alle sterben. Während das Buch der Sprüche im Alten Testament direkt vor dem Predigerbuch auf Verhaltensweisen für ein gelingendes Leben hinweist, formuliert der Prediger kritischer. Der Prediger weiß: Richtiges Verhalten führt nicht immer zu einem gelingenden Leben. Das Predigerbuch nimmt die Gedanken Salomos, des Sohnes Davids, auf. Die häufige Formulierung „alles ist eitel“ bedeutet: Nichts bleibt bestehen.
Die Vergänglichkeit und die offene Frage nach dem Sinn des Lebens wurden auch von der deutschen Literatur aufgenommen. So schrieb der damals kaum zwanzigjährige Dichter Andreas Gryphius in der Barockzeit über den leeren Schein und die Eitelkeit aller Existenz. Er stellte fest: „Nichts auf der Welt ist unvergänglich. Die schöpferischen Leistungen des Menschen unterliegen ebenso der Vergänglichkeit wie die Schönheit der Natur.“ Er selbst erlebte durch den 30-jährigen Krieg den Untergang seiner schlesischen Heimatstadt Glogau. Diese traumatischen Erfahrungen bestärkten in ihm die Sicht, dass alles irdische Tun vergeblich und vergänglich sei.
Ähnlich formuliert es der Prediger: Alles ist ein Nichts. Das Leben besteht aus Werden und Vergehen, nichts wird bleiben. Alles, was der Mensch sich mühevoll erarbeitet, wird wieder vergehen. Damit stellt er die menschlichen Bestrebungen nach „schneller, höher, weiter“ in Frage. Die Unruhe, die Anspannung und der Eifer, sich nie mit dem Erreichten zufriedenzugeben – das alles bezeichnet er als „eitel und Haschen nach Wind“. Die Illusion, mehr Glück durch mehr Reichtum zu bekommen, entlarvt der Prediger als irreführend.
Erfolg, Leere und Erfüllung
Bemerkenswert ist die Erfahrung von vielen Sportlern, die sich nach großen Erfolgen innerlich leer fühlen. Beim deutschen Fußball-Nationalspieler Felix Nmecha ist es anders. Er sagt: „Fußball ist meine Leidenschaft, Jesus ist mein Fundament.“ „Jedes Mal, wenn ich das Spielfeld betrete, geht es nicht um mich, sondern darum, Gott zu verherrlichen.“ Als er bei der Weltmeisterschaft nach dem Spiel gegen Curaçao mit anderen auf dem Platz zusammen betete, sagte er anschließend: „Im Spiel sind wir Gegner, aber nach dem Spiel sind wir alle Christen, wir sind alle Brüder und sehr dankbar.“
Das Wissen um die Vergänglichkeit führt beim Prediger nicht zur Gottlosigkeit. Im Gegenteil, er ermutigt zum Vertrauen in den unverfügbaren Gott.
Denn trotz aller Vergänglichkeit kann er mit Gott fröhlich essen und genießen. Am Ende des Predigerbuches fasst er die Weisheit seines Nachdenkens zusammen in der Ermahnung „fürchte Gott und halte seine Gebote“. Trotzdem leidet der Prediger daran, dass er das Leben nicht versteht. Er beobachtet und versucht mit vielen Worten zu beschreiben, was er auf der Erde sieht. Er gibt zu, dass er nicht genug Worte findet, um alles zu beschreiben, was seine Augen wahrnehmen. Die gesamte
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