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Was ich vor Augen habe, zieht mich

Published 2 weeks ago
Description
Der Bibeltext Habakuk 2,6-20 – ausgelegt von Hartmuth Wahnung.

Ein Bild, das ans Ziel führt

1952 schwimmt die amerikanische Langstreckenschwimmerin Florence Chadwick von der Santa Catalina Island zum kalifornischen Festland bei Palos Verdes. Ihre Passion: Schwimmen im offenen Meer, die Entfernung ungefähr 32,45 Kilometer. Sie schwimmt bereits 15 Stunden, als dichter Nebel jede Sicht verunmöglicht. Sie wird müde! Angespornt durch ihre Begleiter im Boot kämpft sie noch eine Stunde weiter, lässt sich aber später ins Boot holen. Wie sich später herausstellt, ist sie etwa 800 Meter vom Ufer des kalifornischen Festlands entfernt. Zwei Monate später probiert sie es noch einmal, und wieder stellt sich Nebel ein. Diesmal kommt sie bis ans Ziel. Auf die Frage, was diesmal anders gewesen ist, antwortet sie sinngemäß: „Diesmal habe ich vor meinem inneren Auge immer die Stelle gehabt, wo ich an Land gehen werde.“

Für mich ist das eine der eindrücklichsten Geschichten, wenn es um Sehen geht. Das, was ich vor Augen habe, zieht mich nach vorne. In einer Welt von Bildern bekommt Habakuk um 600 v. Chr. von Gott ein Wort, in dem es auch um das Sehen geht: Habakuk 2,18 + 20.

„Was wird dann das Bild helfen, das sein Meister gebildet hat, und das gegossene Bild, das da Lügen lehrt? Dennoch verlässt sich sein Meister darauf, obgleich er nur stumme Götzen macht.“

„Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Es sei vor ihm stille alle Welt!“

Der lebendige Gott und die stummen Götzen

Zur Zeit des Habakuk verehren viele stumme Götzen. Die sind aus Stein oder Holz, mit Gold oder Silber überzogen. Auch heute findet man diese Materialien, dazu Pappe, Papier und viel Farbe. Diese Bilder, zum Teil überlebensgroß, sind tot, Bilder, die keinen Atem haben. Zur Zeit Habakuks erfährt Israel auf bittere Art, dass Götzenbilder nicht helfen, dass auch die teuersten Abbildungen nichts bewegen können.

Wenn das Geschaffene mehr angebetet wird als der Schöpfer, wenn das Holz und der Stein, die Gott geschaffen hat, mehr gelten als Gott selbst, dann muss sich niemand wundern, wenn ein Volk, eine Familie oder auch viele Einzelne vor die Hunde gehen. Habakuk stellt den lebendigen Gott vor Augen, den man im Tempel findet. Gott sagt hier, wer er ist: Nicht ein Stück Holz, nicht ein Stein, sondern der Lebendige. Wo Menschen Dingen eine Bedeutung zusprechen, da schweigt Gott. Wo Menschen in dieser Hinsicht schweigen, da redet Gott.

Bilder, die den Glauben tragen

1) Schreibe auf und erinnere dich

Habakuk 2,2: „Der Herr aber antwortete mir und sprach: Schreib auf, was du geschaut hast, deutlich auf eine Tafel, dass es lesen könne, wer vorüberläuft!“

Gott spricht in das Herz des verwirrten Volkes nicht durch Worte, sondern durch Bilder, die festgeschrieben werden. Feste sind zum Beispiel solche lebendigen Bilder. Immer wieder hat Israel Situationen erlebt, in denen krasse Wunder Gottes geholfen haben. Aus jedem dieser Wunder macht Gott ein Fest. So können sie sich Jahr für Jahr daran erinnern und damit die Erfahrung an ihre Kinder weitergeben. Als Christen machen wir es genauso: Weihnachten, Ostern, Pfingsten, das sind wichtige Bilder und damit Anker unseres Glaubens. Welche Bilder schauen Sie an? Schauen Sie auf die Größe Gottes in seiner Schöpfung, in seinen Wundern, in seinem Tempel, oder lassen Sie sich von den Bildern unserer Zeit prägen?

2) Der lebendige Gott ist der Kontrapunkt zum Zeitgeist

Habakuk schafft dieses Bild von Gott als einen Kontrapunkt zu den Herrschern und dem Zeitgeist dieser Welt. Lese ich Vers 5 und 6, so fällt auf, wie nüchtern und realistisch er von den Großen dieser Welt spricht: „So wird auch der tr

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