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Schwarz hören: Petra Schwarz im Gespräch mit Harald Hauswald über Leben und Tod
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Der bekannte und hochdekorierte Fotograf wollte eigentlich Koch werden. Da sein Vater aber Fotografenmeister mit eigenem Laden war, wurde ihm das Fotografieren quasi „in die Wiege gelegt“. Nachdem es dann doch – trotz Fotografenlehre mit dem Gesellenbrief in der Tasche – nicht wie vom Vater geplant gelaufen war, kam der 1954 in Radebeul (Sachsen) geborene Harald Hauswald 1978 nach Ostberlin. Dort arbeitete er u.a. im Prenzlauer Berg als Telegrammbote und hatte stets eine Kamera dabei.
Ab Anfang der 80er arbeitete Hauswald als Fotograf in der Stephanus-Stiftung Berlin, der größten diakonische Einrichtung in der DDR. „Zuerst hatte ich große Manschetten, Menschen mit Behinderung zu fotografieren; die aber gar kein Problem damit hatte, dass ihnen Jemand diesen ‚Kasten‘ vor die Nase hält. Sie ließen Nähe zu, was mir für meine Straßen-Knipserei sehr geholfen hat.“ In dem Zusammenhang nennt er sich selbst übrigens „Straßenköter“ 😊.
„Heute braucht man nur ein Handy und kann sich als Fotograf bezeichnen.“ beklagt der bedeutende kritische Chronist der DDR, der aufgrund seiner zu realitätsnahen Fotos von der DDR-Staatssicherheit unter dem Namen Radfahrer observiert wurde. Als einer der wenigen DDR-Fotografen veröffentlichte er anfangs anonym und ab Mitte der 80er Jahre unter seinem richtigen Namen auch Fotoreportagen in westlichen Magazinen wie GEO, ZEITmagazin oder der „taz“.
1989 wurde Harald Hauswald in den Verband Bildender Künstler der DDR (VBK) aufgenommen und gründete 1990 mit sechs weiteren DDR-Fotografen die Agentur OSTKREUZ. Und mittlerweile kann er auf eine große Ausstellung beim renommierten Ausstellungshaus „C/O Berlin“ 2020/2022 mit 75.000 Besuchern verweisen. Gerade zurück von der „61. Internationalen Kunstbiennale in Venedig“ wird Harald Hauswald beim „6. Weißenseer Kultursommer“ vom 28. bis 30.9.2026 im Studio Weißensee „CulturLawine“ ausstellen und vorher – am 9. September 2026 – zeigt er bei der Veranstaltung „Der Osten lebt – immer noch!?“ – auch während des „6. Weißenseer Kultursommers“ im C*Space – seine Bilder, die er aus dem Fotografen-Graben Ende der 80er Jahre auf der Rennbahn in Weißensee „geknipst“ hat: Bruce Springsteen, Brian Adams und weitere Weltstars – ganz nah.
Wie es sich für „Schwarz hören“ gehört, haben wir in dieser Podcast-Episode auch über den Tod gesprochen. „Die meisten Leute, die ich lange kenne, sind bis auf einen alten Freund, alle schon tot.“ Er selbst denkt schon über den Tod nach, aber …
Hören Sie selbst … in dieser 166. Episode von „Schwarz hören“ mit Harald Hauswald.