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Warum kannst du dich nicht selbst kitzeln?
Description
Versuch es mal: Kitzel dich selbst unter dem Arm. Es passiert nichts. Macht es jemand anderes, kannst du nicht aufhören zu lachen. Dieselbe Stelle, fast dieselbe Bewegung - nur eine andere Hand. Zum Start von Staffel 4 „Dein Körper weiß mehr als du denkst" erklären Robin und Lou, warum dein eigenes Gehirn dich beim Kitzeln absichtlich austrickst.
Der Grund sitzt hinten unten im Kopf, direkt über dem Nacken: das Kleinhirn. Jedes Mal, wenn du dich bewegst, rechnet dein Gehirn vorher aus, was du dabei fühlen wirst - und zieht dieses Gefühl anschließend wieder ab. Erwartet minus wirklich passiert. Kommt null raus, spürst du nichts. Forschende in London haben Menschen dafür in einen Hirnscanner gelegt und ihre Handflächen gekitzelt, einmal von außen und einmal von ihnen selbst. Bei fremder Berührung war das Gefühls-Zentrum deutlich aktiver.
Und dann kommt der Trick, mit dem sich das Kleinhirn austricksen lässt: zwei Roboter, dazwischen eine winzige Verzögerung. Je später der Roboter die eigene Handbewegung nachmachte, desto kitzeliger wurde es - der Schutz wird schwächer, wenn die Vorhersage zeitlich nicht mehr genau passt. Dazu gibt es Ratten aus Berlin, die beim Kitzeln Ultraschall-Laute machen und Freudensprünge vollführen, aber nur wenn sie keine Angst haben. Und eine Kitzel-Landkarte des Körpers aus diesem Sommer, die in China, den Niederlanden und Griechenland dieselben Stellen fand - deren Muster aber keine der fünf geprüften Erklärungen vollständig auflösen konnte. Manche Fragen sind noch offen. Genau das macht sie spannend.
Das hörst du in dieser Folge
- Warum Selbstkitzeln nicht funktioniert - und was dein Gehirn dabei macht
- Die zwei Arten von Kitzeln: Kribbel-Kitzeln und Lach-Kitzeln
- Ein Selbsttest, der sofort im Hören funktioniert (Finger über die Oberlippe)
- Was das Kleinhirn ist und wo es sitzt
- Wie ein Hirnscanner den Unterschied zwischen eigener und fremder Berührung sichtbar macht
- Der Roboter-Trick mit der eingebauten Verzögerung
- Kitzelige Ratten an der Humboldt-Universität zu Berlin - und warum Angst die Kitzligkeit abschaltet
- Die neue Kitzel-Landkarte des Körpers über drei Länder - und was die Forschung noch nicht weiß
Für wen ist diese Folge?
Für neugierige Kinder ab 6 Jahren, die etwas über ihren eigenen Körper herausfinden wollen. Für Eltern und Großeltern zum Mithören und Mitprobieren. Für Lehrkräfte in Sachunterricht und Biologie Klasse 1 bis 6 als Einstieg in Wahrnehmung und Nervensystem. Spielzeit rund 12 Minuten.
Probier das mal selbst - die Mitmach-Aufgabe
Teil eins geht allein: Kitzel dich selbst am Fuß und zähl mit, wie oft du lachen musst. Teil zwei braucht eine Person, die du gut kennst und die vorher gefragt wurde: Leg deine Hand auf ihre Hand, und dann kitzelt sie dich - mit deiner Hand obendrauf. Achte darauf, was passiert.
Und die wichtigste Regel dabei: Du entscheidest, ob du mitmachst, und du entscheidest, wann Schluss ist. Ein Wort genügt - Stopp. Und Stopp gilt sofort, auch wenn du dabei lachst. Wer keine Lust auf Teil zwei hat, macht nur Teil eins. Manche Kinder mögen Kitzeln überhaupt nicht, und das ist genauso normal.
Kapitel
00:00 Kurz vorweg und der Kitzel-Test
00:58 Wirklich wahr! Begrüßung
01:34 Zwei Arten von Kitzeln
02:59 Dein Gehirn sagt voraus - das Kleinhirn
04:55 Der Roboter-Trick mit der Verzögerung
06:03 Probier das mal selbst
07:14 Ratten, Berlin und die neue Kitzel-Landkarte
09:50 Wirklich-Wahr-Stempel: unsere Quellen
10:47 Outro und Cliffhanger zur Mittwochs-Folge
Häufige Fragen zu dieser Folge
Kann sich wirklich niemand selbst kitzeln? Beim Lach-Kitzeln klappt es bei fast keinem Menschen. Das Kribbel-Kitzeln dagegen kann man sich selbst auslösen - streich einmal ganz langsam mit einem Finger über die Oberlippe.