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Back to EpisodesWie israelische Waffen „deutsch“ werden
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Deutschlands zivile Industrie schrumpft, aber die Rüstungsproduktion wächst. Davon profitieren auch israelische Waffenkonzerne: Mit deutscher Fertigung, deutschen Partnern und öffentlichen Geldern finden ihre Systeme Zugang zum europäischen Markt – während Technologie und Kontrolle in Israel bleiben. Das deutsch-israelische Gemeinschaftsunternehmen EuroSpike zeigt exemplarisch, wie dieses Modell funktioniert. Ein Artikel von Freddie Ponton, aus dem Englischen übersetzt von Maike Gosch.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Der letzte Volkswagen wird 2027 das Werk in Osnabrück verlassen, wodurch mehr als 2.000 Beschäftigte davon abhängig werden, was an seine Stelle tritt (s. dazu ausführlich hier). Rafael, Israels staatliches Rüstungsunternehmen, möchte, dass an dieser Stelle die Waffenproduktion einsetzt und das Werk Ausrüstung für Iron Dome herstellt. Am 27. August bestätigte Volkswagen-Vorstandsvorsitzender Oliver Blume, dass die Verhandlungen fortgesetzt würden, während Niedersachsen und die Bundesregierung überlegten, wie sie zur Sicherung der Umstellung beitragen könnten.
Osnabrück ist aber kein Einzelfall. Vom brandenburgischen Werk für Drohnenabwehrsysteme über EuroSpike bis hin zu Deutschlands milliardenschweren „Arrow“-Verpflichtungen – in Israel entwickelte Waffen finden ihren Weg auf deutsche Fertigungsstraßen und in die deutsche Beschaffung. Dabei profitieren sie vom politischen Schutz, den ein deutscher Standort bietet. Die Kontrolle über die Technologie wandert jedoch nicht mit ihnen.
Sechshundert Kilometer östlich von Osnabrück ist dieselbe Umstellung bereits sichtbar. Die Arbeiter im Werk von Heidelberger Druckmaschinen in Brandenburg an der Havel bauten einst Druckmaschinen. Im April 2026 nahm ein neues Unternehmen namens ONBERG am Standort den Betrieb auf – mit dem Ziel, autonome Drohnenabwehrsysteme für Deutschland, die Ukraine und andere NATO-Staaten in Europa herzustellen und einzusetzen.
Die Fabrik und die Belegschaft kamen aus Heidelberg, während die Technologie von Ondas Autonomous Systems stammte, einem amerikanisch-israelischen Unternehmen, dessen Tochtergesellschaft Airobotics den „Iron Drone Raider“ entwickelte. Das System erhielt im Jahr 2023 einen Zuschuss in Höhe von 540.000 US-Dollar und im Jahr 2024 weitere eine Million US-Dollar von der Israel Innovation Authority. Der autonome Abfangjäger ist darauf ausgelegt, feindliche Drohnen außer Gefecht zu setzen, wodurch ein deutsches Zivilunternehmen einen Platz in einem der am schnellsten wachsenden Militärmärkte Europas einnimmt. In der Pressemappe von Heidelberg wird ONBERG als industrielle Basis für integrierte autonome Sicherheitssysteme beschrieben.
Der Weg von der israelischen Entwicklung über eine amerikanische Muttergesellschaft hin zu einem etablierten deutschen Werk verschaffte Heidelberg ein Vert