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Back to EpisodesLeben in der 3. Dimension
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Die Bundesregierung weiß, wer hinter dem Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle steckt: Russland. Die Beweise? Am Vortag der offiziellen Verkündung verwies Regierungssprecher Steffen Meyer hartnäckig auf „drei Dimensionen“, in denen eine „eindeutige Zuordnung“ erfolgt sei. Das Netz reagierte mit Spott, Marvel-Multiversen und „Vertrau mir, Bruder“. Doch hinter der unfreiwilligen Komik steckt eine ernstere Frage: Wie werden aus geheimdienstlichen Erkenntnissen „Attribuierungsverfahren“, aus Hinweisen „Feststellungen“ und aus staatlichen Zuschreibungen scheinbar gesicherte Tatsachen? Und was geschieht, wenn die Bevölkerung den eingeübten Formeln der Kriegs-PR nicht mehr glaubt? Ein Ausflug in die dritte Dimension der Regierungskommunikation von Maike Gosch.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Am 1. September, dem Weltfriedenstag und dem Jahrestag des Beginns des 2. Weltkriegs durch den Angriff des Deutschen Reiches auf Polen, hat Bundesinnenminister Dobrindt in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundesaußenminister Wadephul der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass die Erkenntnisse deutscher Sicherheitsbehörden und europäischer Partner zu dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle am 4. August dieses Jahres „klar auf russische Involvierung“ hindeuten.
Am Vortag, dem 31. August 2026, hatten mehrere Journalisten, darunter Florian Warweg (OAZ) und Tilo Jung (Jung & Naiv), im Rahmen der Bundespressekonferenz Regierungssprecher Steffen Meyer zu den Erkenntnissen der Bundesregierung befragt.
Ein von Jung & Naiv zusammengeschnittenes Video von Meyers Antworten ging danach auf den sozialen Medien viral und führte zu empörten, ironischen und teilweise auch belustigten Kommentaren.
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Die sehr auffällige und ständig wiederholte Wortwahl der Bundesregierung von heute, warum man Russland für den Anschlagsversuch am Leipziger Flughafen verantwortlich machen kann: "Drei Dimensionen" (Supercut) pic.twitter.com/NQSipICzkP
— Tilo Jung (@TiloJung) September 2, 2026
Es lohnt sich, das Video anzusehen. Schon wegen seiner unfreiwilligen Komik. In dem Video antwortet Meyer auf die Fragen nach Beweisen für eine mögliche Täterschaft Russlands immer wieder mit den sogenannten „Drei Dimensionen“. Wörtlich sagt er in dem Videoausschnitt unter anderem:
„Es gibt drei Dimensionen in diesen Ermittlungen (…). In allen drei Dimensionen konnten wir sehr klar nachweisen, oder, ist sehr klar nachgewiesen worden, eine eindeutige Zuordnung zu Russland. Jede einzelne dieser Dimensionen hätte ausgereicht, um am Ende zu sagen, wir nehmen hier eine klare Attribuierung in Richtung Russland vor.“
Das Wort „Attribuierung“ bzw. „Attribuierungsverfahren“ kennen wir schon aus der Antwort des Auswärtigen Amtes nach der Frage der Beweise für die Vorwürfe gegen den Berliner Journalisten Hüysein Dogru, auch da wirkte dieser Begriff mehr wie eine Nebelkerze, als wie ein Beleg. Es handelt sich dabei nicht um einen juristischen Ve