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Back to EpisodesRätsel AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt: Warum eine migrationsfeindliche Partei in einem alternden Bundesland so stark ist
Description
In dieser Folge von Economic Challenges beschäftigen sich Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, mit einem ökonomischen Paradoxon: Ausgerechnet in Sachsen-Anhalt, dem Bundesland mit der ältesten Bevölkerung Deutschlands, dessen Wertschöpfung zu fast sieben Prozent von ausländischen Beschäftigten getragen wird, erzielt die AfD Rekordwerte – obwohl ihr Programm auf Rückführung statt Zuwanderung setzt.
Hüther verweist auf Zahlen des IWH Halle: Ohne den Beschäftigungszuwachs ausländischer Arbeitskräfte wäre die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Land seit 2016 massiv eingebrochen. Er ordnet den AfD-Erfolg in einen europäischen Trend ein – von Reform UK bis zu rechten Bewegungen infolge großer Transformationsprozesse – und sieht Parallelen zu den 1920er-Jahren. Zugleich kritisiert er die Berufung auf eine „Ostidentität“ als historisch unbegründet: „Menschen die jetzt irgendwelche Ostidentitäten aufrufen und dann aber viel Nachsehen für Putin haben, sind im Kern vaterlandslose Gesellen.“
Rürup erinnert daran, dass die AfD als Anti-Euro-Partei gegründet wurde und trotz des ökonomischen Erfolgs der Gemeinschaftswährung nun mit einem neuen Feindbild reüssiert. Beide sehen die demokratische Mitte in der Pflicht, überzeugende Antworten auf Transformationsängste zu liefern – ohne allzu optimistisch zu sein.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Pauline Köster
Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Economic Challenges: https://www.handelsblatt.com/global