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Katja Hoyer im Interview mit Clemens Traub: „West-Parteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden"

Katja Hoyer im Interview mit Clemens Traub: „West-Parteien haben die Ostlandschaft nicht verstanden"

Published 1 month, 2 weeks ago
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Cicero – Magazin für politische Kultur

Die in Brandenburg geborene Historikerin Katja Hoyer spricht im Cicero Podcast Politik mi Clemens Traub über die neue Ostidentität, den Erfolg der AfD und die Unfähigkeit vieler Westdeutscher, den Osten der Republik zu verstehen.

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Katja Hoyer: Diesseits der Mauer, Eine neue Geschichte der DDR 1949-1990, Hoffmann & Campe 2023

15:35 "Und ich glaube, daher rührt jetzt dieser, ich sag mal so über die letzten Jahre, dieser Regionalstolz, den man jetzt wieder sieht, dass die Leute so Ost-Ost-Ostdeutschland rufen, an ihren Simson- und Trabantfahrzeugen schrauben und so eine Art positives Ostbewusstsein entwickeln. Das kommt, glaube ich, aus dieser Erfahrung heraus, dass man eben ständig mit diesem Jammern und mit diesem Rumgegrummle eben auch irgendwie nicht zufrieden war und sich das jetzt, glaube ich, nochmal verschoben hat in ein umgekehrtes Ostbewusstsein, was auch auf jüngere Generationen dann zutrifft, die gar nicht mehr diese Erfahrungen gemacht haben." (Katja Hoyer)

17:42 "Jedes Mal, wenn man den Fernseher angemacht hat oder in der Zeitung was über Ostdeutschland gelesen hat, war es entweder es ging um Nazis oder man hat da eine Omi in der Kittelschürze in Brandenburg am Zaun gefilmt, die irgendwas über Ausländer gemeckert hat oder wie auch immer. Also es gab immer nur diese Negativbilder oder die Zonen-Gabi mit der Banane in der Hand oder die Fokuhila-Frisuren oder die Jeansjacken oder was auch immer. Und das dann sozusagen zu nehmen und was Positives, Frisches, Junges irgendwie auszumachen, glaube ich, ist die Dynamik, die wir da gerade sehen, die sich als junge Leute dann, die eben dort geblieben sind in der Region, und das sind ja nicht mehr so viele, das kommt dann, glaube ich, auch noch mit dazu, dass es eine sehr enge, kleinteilige Bewegung dann mittlerweile ist, die sich auf dieser Dynamik eben die Scham oder die Wut in was Positives umzuverwandeln stützt." (Katja Hoyer)

24:44 "Die Tatsache, dass die Leute aus spezifische Erfahrungen und Gefühlen haben, ist natürlich etwas, was gerade in der AfD eine Riesenrolle spielt, weil man das immer wieder sowohl positiv als auch negativ sozusagen nutzen kann und anspielen kann, weil es eben die anderen Parteien auch nicht machen. Die haben zu lange meiner Meinung nach irgendwie diese Ostlandschaft nicht verstanden und auch nicht so wirklich sich darum gekümmert, was da an Parteistrukturen hätte entstehen können." (Katja Hoyer)

31:33 "Das ist auch ein ganz starkes Phänomen, wo man so auf Berlin schaut und denkt, was machen die da schon wieder, wenn man irgendwo mitten in Sachsen-Anhalt in einer kleinen Stadt ist und das mit der eigenen Lebensrealität offensichtlich null zu tun hat. Und man auch so Dinge wie, wenn dann die Grünen im Sachsen-Anhaltiner Landtag irgendwie sagen, es gibt 42 Geschlechter oder so, das kommt in so einer Kleinstadt. Sachsen-Anhalt als völlig abstrus und lebensfern an. Das sind so Dinge, wenn man das auf den gesamten gesellschaftlichen Rahmen bezieht, das ist im Osten stärker ausgeprägt als im Westen, einfach weil es kulturell auch so ein bisschen verankert ist." (Katja Hoyer)

44:33 "Wenn dann irgendwie Politiker sich damit beschäftigen, was Also wie die Sprache sein soll oder was man mit Selbstbestimmung von Geschlechtern macht oder so. Das mögen ja alles wichtige gesellschaft

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