Episode Details

Back to Episodes

Wer hat, der hat

Published 3 weeks, 4 days ago
Description
Der Bibeltext 1. Johannes 5,6-12 – ausgelegt von Burkhard Heupel.

Besitz und die Frage nach dem Mehr

„Wer hat, der hat!“ Den Satz höre ich in meinem Alltag oft oberflächlich. Manchmal sogar egoistisch: meist im Sinne von materiellem Besitz, Stolz oder dem Glück, zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen zu sein.

„Wer hat, der hat!“ Oft geht es um materielle Werte, die aus beruflichem Erfolg, Erbe oder Ehrgeiz in den Besitz und Gebrauch einer Person gekommen sind. Ja, stolz kann man da sein. Und genießen. Vielleicht auch ein bisschen angeben.

„Wer hat, der hat!“ Und manchmal spüre ich, wie diese Aussage auch mir über die Lippen kommt: Was ist im Laufe der letzten Jahrzehnte nicht alles gewachsen und geworden in meinem Leben, nicht nur materiell, auch an Erfahrungen und Erlebnissen. Dankbar und ein bisschen stolz schaue ich zurück und denke: „Wer hat, der hat.“

Aber ich kenne auch die Momente, in denen „Wer hat, der hat“ nicht stolz macht, sondern Verpflichtung ist. Stress ist. Wo Besitz gepflegt, repariert oder sogar nervig ist und „wer hat, der hat“ ganz schnell zu einem „wie werde ich es wieder los?“ wird.

Warum?

Weil vieles von dem, was ich habe, nicht hält, was es verspricht: Mein Auto, meine Wohnung, meine Werkzeuge, meine kleinen Baumgrundstücke, mein Traktor und meine Kettensägen sind nett und schön und ich freue mich daran, aber ein erfülltes Leben, tiefe Zufriedenheit, geben sie nur bedingt. 

„Wer hat, der hat“ – mein Leben stellt mir die Frage nach Mehr, nach Weite, nach Tiefe, nach Erfüllung: Nach Liebe und nach Zukunft.
 

Der Lebensraum in der Nähe Gottes

Als Pastor biete ich sonntags in den Gottesdiensten gerne Predigtreihen an. Zum Beispiel über die Zehn Gebote, ein biblisches Buch oder über die Bitten des Vaterunsers. Es können auch Predigtreihen über Nachfolge oder Glaube im Alltag sein.

Auf dem Herzen lag mir, eine Predigtreihe über die biblische Schöpfungsgeschichte zu halten. Es war noch nicht dazu gekommen, weil ich staunend, ein wenig atemlos, vor diesem Akt, den Gott, der Schöpfer, aus dem Nichts vollzog, stand. Wie konnte ich – angemessen – über die Schöpfung, die Geschöpfe und den Schöpfer sprechen, der die Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen ist.

Bei den Vorbereitungen fiel mir auf:

Nach dem biblischen Schöpfungsbericht werden am 3. Tag der Schöpfung die Pflanzen von Gott erschaffen. Gott spricht zur Erde: „Auf der Erde soll es grünen und blühen: Alle Arten von Pflanzen und Bäumen sollen wachsen und ihre Samen und Früchte tragen!“ (Die Bibel. 1. Mose 1,11)

Ich lese: Erde gibt es auch ohne Pflanzen. Aber es gibt keine Pflanzen ohne Erde. Um zu wachsen, zu blühen und Früchte zu tragen, kommen Pflanzen und Bäume ohne Erde nicht aus. Die Erde bringt dies alles hervor.

Am 5. Tag erschuf Gott die Fische und spricht zum Meer: „Im Wasser soll es von Leben wimmeln, und Vogelschwärme sollen am Himmel fliegen!“ (1. Mose 1,20)

Ich verstehe: Wasser gibt es auch ohne Fische. Aber es gibt keine Fische ohne Wasser. Nur im Wasser sind sie in ihrem Element und leben in ihrem Habitat. Ein zappelnder

Listen Now

Love PodBriefly?

If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.

Support Us