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Description
CIW - Folge 193 - 02.09.2026 - Wer braucht einen Browser?
- Wir begrüssen alle Surfer zur Folge 193 von "Captain it's Wednesday", dem Podcast über Freie Software und Freie Gesellschaft von GNU/Linux.ch, aufgenommen am 1. September von Lucas Peters und Ralf Hersel. In dieser Folge reden wir über freie Webbrower und darüber, ob diese überhaupt noch benötigt werden.
Hausmitteilungen
- Letzte Woche keine Folge; nächste Woche keine Folge.
Thema: Webbrowser
Firefox - gestern und heute
Seit über zehn Jahren wird Firefox regelmäßig für tot erklärt. Mal ist es ein Datenschutz-Skandal, mal eine Umstrukturierung bei Mozilla, mal der Blick auf die Marktanteile und jedes Mal heißt es in Artikeln und Videos: Das war's jetzt wirklich.
Wir schauen mal in Ruhe zurück. Was war an der Kritik dran, was war Aufregung um der Aufregung willen? Warum reagiert ausgerechnet die Open-Source-Community bei Mozilla so empfindlich? Und was wäre eigentlich die Alternative, wenn Firefox tatsächlich verschwände?
Vorfälle:
- 2020: Ca. ¼ der Belegschaft wurde entlassen.
- 2024: PPA Einführung
- 2025: Terms of Use Anpassung
- 2025: KI Einbindung
- Google Abhängigkeit
- Geringer Marktanteil (weltweit 3,3%, DE: 8,8% sinkend)
- 2026: Ab September, zweiwöchiger Releasezyklus
- Heute ist Version 155 erschienen, u. a. mit Geschwindigkeitsverbesserungen und einem eingebauten Werbe-Blocker.
Die Engines
Die Engines der Webbrowser sind interessanter und wichtiger als die Browser selbst, weil die Hauptarbeit darin geschieht. Wie gut eine Website aufgebaut und dargestellt wird, hängt davon ab. Heute gibt es drei primäre Engines:
- 79 % - Blink - alle Chromium-basierten Browser (Chrome, Edge, Vivaldi, Opera, Brave, uvm.)
- 16 % - Webkit - Safari, GNOME Web
- 5 % - Gecko - Firefox und Forks
Blink hat eine marktbeherrschende Stellung (ich würde es Monopol nennen). Google finanziert Mozilla zu 80 %, damit sie einen Konkurrenten am Leben erhalten können, um sich nicht den Monopolklagen stellen zu müssen.
Neue Engines
Es gibt zwei neue Engines, die sich in der Entwicklung befinden: Ladybird und Servo.
Das gut finanzierte Ladybird-Projekt befindet sich im Pre-Alpha-Status und möchte bis Ende 2026 eine erste Alpha-Version herausbringen. Eine nutzbare Version soll bis Ende 2027 erscheinen. Ihr könnt den Browser aus den Quellen kompilieren, doch das empfehle ich nicht, ausser ihr gehört zu den 1274 Contributoren, die sich an der Entwicklung beteiligen. Wer sich über den Projektfortschritt informieren möchte, kann den monatlichen Newsletter abonnieren (Achtung: sehr technisch).
Servo ist eine Browser-Engine, die von Mozilla und Samsung gemeinsam entwickelt wurde. Erste Benchmarks von Servo zeigen eine im Vergleich zu Gecko deutlich kürzere Renderingzeit. Bei den zwei veröffentlichten Testergebnissen war Servo im Vergleich zu Gecko im Einzelthread-Modus mehr als doppelt so schnell, im Betrieb mit vier Threads vier- bis fünfmal schneller. Die Entwickler hatten für das vierte Quartal 2015 eine Alpha-Version angekündigt. Im November 2020 übertrug Mozilla das Projekt an die Linux Foundation. Seither verzeichnet das Projekt weniger Contributions. 2023 wanderte das Projekt zur Linux Foundation Europe. Für die Jahre 2025 und 2026 erhielt das Projekt vom Sovereign Tech Fund eine Förderung in Höhe von 545'400 EUR. Auch das Servo-Team veröffentlicht monatliche Neuigkeiten über die Entwicklung. Servo kann man herunterladen und installieren.
Lucas, was halten wir davon?
App versus Anwendung
Ralf: Ich weiss nicht, wie ihr das bezeichnet. Für mich sind Apps Handy-Apps und Anwendungen laufen auf dem PC-Desktop. Darüber hinaus gibt es die Frage, ob und wo man Anwendungen nativ oder im Webbrowser aufruft. Auf dem PC verwende ich lieber Anwendungen als den Webbrowser, z. B. für PI