Episode Details

Back to Episodes

Mutiger Pfarrer geht für den Frieden in den Predigtstreik – Wo sind die anderen, die es ihm nachmachen?

Published 1 day, 15 hours ago
Description

Deutsche Bischöfe unterstützen „Verteidigungsbereitschaft“ – darüber haben die NachDenkSeiten im Oktober des vergangenen Jahres berichtet. Doch nicht alle innerhalb der Kirche begegnen der Militarisierung Deutschlands so unkritisch wie die hochrangigen „Männer Gottes“. Der evangelische Pfarrer Andreas Domke hat zum Predigtstreik aufgerufen. An vier Sonntagen wird Domke nicht den üblichen Gottesdienst abhalten. Stattdessen: „Schweigen für den Frieden“, wie die Berliner Zeitung berichtet. Ihm gehe es bei der Aktion um einen Weckruf, gedacht als konstruktive Provokation. Was Domke macht, verdient großen Respekt. Die Gefahr eines Krieges wächst, Politiker verschärfen den Ton gegenüber Russland immer weiter. Domke handelt im Sinne des Evangeliums. Wo sind die anderen Pfarrer, die es ihm nachmachen? Es wird Zeit! Ein Kommentar von Marcus Klöckner.

Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: „Halt′ du sie dumm, ich halt’ sie arm!“

Mit diesem bitteren Sarkasmus begegnete vor vielen Jahren der Sänger Reinhard Mey in seinem Lied „Sei wachsam“ dem ewig schmutzigen Verhältnis zwischen den Kirchenoberen und der Politik.

Wer hoffte, dass nach all dem, was in der Geschichte passiert ist, im 21. Jahrhundert die Kirche zur Politik ein kritisches Verhältnis entwickelt haben könnte, sieht sich eines Besseren belehrt.

Im Oktober 2025 sprachen sich katholische Bischöfe für die Verteidigungsbereitschaft Deutschlands aus – und krochen mit ihrer politisch gefälligen „Erklärung der Deutschen Bischofskonferenz zur Debatte um den Wehrdienst“ dorthin, wo es stinkt.

Auch das Positionspapier der Evangelische Kirche mit dem Titel „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick – Evangelische Friedensethik angesichts neuer Herausforderungen“ verdeutlichte der Öffentlichkeit: Von dieser Kirche ist kein Widerstand gegen das politische Großprojekt Kriegstüchtigkeit zu erwarten.

In der Bibel heißt es:

Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch heiß bist. Ach, dass du kalt oder heiß wärst! Weil du aber lauwarm bist und weder heiß noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Mund.“ (Offenbarung 3,15-16, Lutherbibel)

Wie die Evangelische Kirche in dem Positionspapier eine Rolle vorwärts und zwei rückwärts macht, wie sie auf keinen Fall der Politik auf die Füße treten möchte, ist atemberaubend.

Dass in dieser Zeit Pfarrer Andreas Domke aus dem oberhavelländischen Zehdenick den Gang in die Öffentlichkeit wagt und nicht der Kriegstreiberei die kirchliche Absolution erteilt, ist aller Ehren wert.

Für seinen Widerspruch wählt er eine leise, sanfte Form – das Schweigen. Doch dieses Schweigen ist kein verwerfliches Schweigen, das im Wegschauen, in der Ignoranz gegenüber dem Bösen begründet ist. Im Gegenteil. Domke setzt an zu einem „lauten“ Schweigen – und das ist in der Zeit kirchlicher Rückgratlosigkeit ein gewagter Schritt.

Die Berliner Zeitung schreibt:

Für Domke ist sein Schweigen an den vier Sonntagen in der Kirche ein zutiefst demokratischer Akt. Damit gebe er den Menschen seiner Gemeinde den Raum, zu reden – auch über ihre Ängste.

In einer Zeit, in der die Zeichen auf Kriegsvorbereitung stehen, ist es von großer Bedeutung, dass die Leiter der Kirchengemeinde

Listen Now

Love PodBriefly?

If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.

Support Us