Episode Details

Back to Episodes

Profis kaufen wieder Kryptos!

Episode 256 Published 2 days, 2 hours ago
Description

Die professionellen Anleger kehren offenbar langsam an den Kryptomarkt zurück. Das zeigt eine neue Umfrage des Vermögensverwalters CoinShares, die am 19. August 2026 veröffentlicht wurde. Befragt wurden 30 professionelle Investoren, die zusammen rund 1,16 Billionen US-Dollar an Vermögen verwalten. Das ist zwar keine riesige Zahl an Teilnehmern, aufgrund der großen verwalteten Vermögen ist die Untersuchung dennoch interessant. Besonders bemerkenswert: Der durchschnittliche Anteil digitaler Vermögenswerte in den Portfolios stieg auf 1,2 Prozent. Es war der erste Anstieg seit dem deutlichen Ausverkauf am Kryptomarkt im Oktober 2025 – und laut CoinShares wurde diese Entwicklung vollständig von institutionellen Anlegern getragen.

Institutionelle Anleger sind beispielsweise Vermögensverwalter, Fonds, Versicherungen oder andere professionelle Großinvestoren, die große Geldsummen investieren. Interessant ist deshalb nicht nur, dass diese Anleger wieder verstärkt in Kryptowährungen investieren, sondern auch, woher das Geld dafür kommt. CoinShares zufolge wurden unter anderem Positionen in festverzinslichen Anlagen und Rohstoffen reduziert und stattdessen wieder stärker in risikoreichere Anlagen wie Aktien und Kryptowährungen umgeschichtet. Gleichzeitig nimmt die Einschätzung zu, dass die jüngsten Kursrückgänge attraktive Einstiegsmöglichkeiten geschaffen haben könnten. Anders ausgedrückt: Ein Teil der Profis interpretiert die Schwäche am Kryptomarkt offenbar inzwischen eher als Kaufgelegenheit denn als Warnsignal.

Bitcoin bleibt dabei für die befragten Investoren die Kryptowährung mit den überzeugendsten Wachstumsaussichten. Deutlich skeptischer ist das Bild dagegen bei Ethereum geworden. CoinShares führt das unter anderem auf regulatorische Unsicherheiten in den USA und Veränderungen innerhalb der Ethereum Foundation zurück. Gleichzeitig ist eine leichte Verschiebung hin zu kleineren Kryptowährungen zu beobachten. Dabei geht es jedoch nicht darum, dass die Profis jetzt wahllos Altcoins kaufen. Vielmehr gewinnen sogenannte Multi-Asset-Strategien an Bedeutung. Darunter versteht man Portfolios, bei denen das investierte Kapital auf mehrere unterschiedliche Kryptowährungen verteilt wird, anstatt ausschließlich auf Bitcoin oder Ethereum zu setzen.

Besonders spannend ist ein scheinbarer Widerspruch der Studie. Für Anleger, die bislang noch keine Kryptowährungen besitzen, ist die hohe Schwankungsanfälligkeit weiterhin das größte Hindernis. In der Finanzwelt spricht man dabei von Volatilität. Gleichzeitig lag die gemessene 30-Tage-Volatilität laut CoinShares zuletzt bei lediglich rund 22 Prozent und damit nahe einem historischen Tief. Die Investoren fürchten also offenbar weniger die täglichen Kursschwankungen als vielmehr einen erneuten starken Kurseinbruch. Dieses sogenannte Drawdown-Risiko beschreibt, wie weit ein Vermögenswert zwischenzeitlich von einem vorherigen Höchststand fallen kann. Gerade Bitcoin hat in seiner Geschichte immer wieder gezeigt, dass solche Rückgänge erheblich ausfallen können.

Für uns Privatanleger ist die Studie deshalb vor allem aus einem Grund interessant: Sie zeigt eine vorsichtige Stimmungsänderung bei professionellen Marktteilnehmern, aber keineswegs eine neue Euphorie. Eine Kryptoquote von durchschnittlich 1,2 Prozent bleibt überschaubar. Dennoch könnte der Richtungswechsel ein wichtiges Signal sein, denn institutionelles Kapital kann langfristig erheblichen Einfluss auf Angebot und Nachfrage am Kryptomarkt haben. Gleichzeitig sollten Privatanleger daraus keinesfalls ableiten, den Profis blind hinterherzulaufen. Entscheidend bleiben eine vernünftige Diversifikation, die persönliche Risikotragfähigkeit und ein langfristiger Anlagehorizont. Mit dieser Thematik befasse ich mich ausführlich in meinem aktuellen Podcast von „Millers Kryptowoche“.

Sie möchten noch mehr Informationen und Einschätzungen zum Geschehen an den Kryptomärkten?