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Liebe als Auftrag Gottes

Published 3 weeks, 6 days ago
Description
Der Bibeltext 1. Johannes 4,7-21 – ausgelegt von Peter Plack.

Liebe, die Gemeinde trägt

Mitten hinein in die Situation seiner kleinen und angefeindeten Gemeinde schreibt Johannes: „Ihr Lieben, lasst uns einander liebhaben.“ – Johannes geht es nicht um romantische Gefühle. Er ermutigt seine Gemeinde, solidarisch füreinander einzutreten, einander mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen und denjenigen praktisch zu helfen, die es brauchen. Unter anderem ging es darum, reisenden Glaubensgeschwistern eine Herberge zu geben und Unterschlupf zu gewähren, wenn sie verfolgt wurden.

Heute stelle ich es mir so vor: Wir begegnen einander in der Gemeinde als Junge und Alte, Begüterte und Bedürftige, Ästheten und Handwerker, stehen füreinander ein und sind füreinander da. Vielleicht geht die Studentin der Witwe in ihrem großen Haus praktisch zur Hand und kann dafür günstig bei ihr wohnen. Der Seniorenkreis hilft reihum bei der örtlichen Tafel mit. Der Männertreff gründet ein Repair-Café für Geräte des täglichen Bedarfs. Die Computerkids helfen Älteren, ihr Handy einzurichten, zu bedienen und sich sicher im Internet zu bewegen. Oder eben etwas anderes, was zu den Menschen, ihren Gaben und Bedürfnissen vor Ort passt. Das gilt nicht nur für Gemeindegruppen, sondern auch für mich als Einzelnen: Ich helfe dem, der es braucht, mit den Mitteln, die ich habe.
 

Liebe beginnt praktisch

„Ihr Lieben, lasst uns einander liebhaben.“ Für Johannes hat diese Ermutigung direkt mit Gott zu tun. Deswegen schreibt er weiter: „Denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist aus Gott geboren und kennt Gott.“ Der Satz hat es in sich! Er malt mir eine lebendige Beziehung vor Augen, die sich entwickelt und die uns gemeinsam voranbringt. Aber Gottes Liebe und meine Liebe – geht das so einfach zusammen? Was ich unter Liebe verstehe, ist unvollkommen, braucht Ergänzung und Korrektur. Gerade deswegen ist es wichtig, mit der Liebe überhaupt anzufangen. Nur ein fahrendes Auto lässt sich steuern.

Erst fange ich mit der Nächstenliebe an. Ich mache meine Erfahrungen mit den anderen und mit mir selbst. Wie weit reicht meine Gutmütigkeit? Wie überwinde ich meine Ausreden? Wie gehe ich damit um, wenn meine Hilfe abgelehnt wird oder wenn ich ausgenutzt werde? Ich gerate an meine Grenzen. Ich erfahre auch, wie Gott mich in einen anderen Lebensraum versetzt. „Aus Gott geboren“, sagt Johannes. Ganz praktisch: Ich lasse mich an der Hand nehmen oder mir einen freundlichen Tritt geben, um das zu tun, was Gottes Liebe durch mich jetzt vollbringen möchte. Dabei wachse ich über mich hinaus, komme auf andere Gedanken und kann über meinen Schatten springen. Ich kann meine Perspektive wechseln und die Welt mit den Augen meines Nächsten sehen, der gerade vor mir steht. Dabei erfahre ich live, was kluge Theologen im Nachhinein mit vielen Worten aufgeschrieben haben. Diese Liebe ist ein Geschenk Gottes. Sie verändert mich von innen her, und deswegen kann ich so reden und handeln, wie Gott es von mir möchte. Wenn das geschieht, entsteht eine neue Gemeinschaft zwischen Gott, meinem Nächsten und mir, weil Gottes Liebe zwischen uns fließt. Johannes sagt es so: „Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.“
 

Liebe hat ein festes Fundament

Johannes gräbt noch tiefer und stellt unsere Liebe auf ein unerschütterliches Fundament mit den Worten: „Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, dass Gott seinen eingeborenen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe: nicht, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur

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