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Back to EpisodesWas würde Jesus tun?
Description
Jesus als Maßstab für unser Leben
Puhh, der letzte Satz klingt noch nach: „Wer behauptet, dass er zu Gott gehört, soll leben, wie Christus es vorgelebt hat.“ – Welch ein Anspruch! Dem kann ich auf gar keinen Fall genügen; ich kann nicht leben, wie Christus es vorgelebt hat.
Was sind die Eckpunkte für ein Leben, wie Christus es gelebt hat – mein Leben geben für die anderen, Liebe üben in allen Dingen, absolut gerecht und unfehlbar sein … in ganz enger Gemeinschaft mit dem Vater leben …
Diesem Anspruch kann kein Mensch genügen. Vielleicht dann eher so: „Ideale sind wie Sterne, wir werden sie nie erreichen, aber sie helfen uns, unser Boot richtig zu navigieren.“ Wir richten uns an Jesus aus, schauen auf ihn und nehmen sein Leben, seine Lebenseinstellung und sein Handeln als Maßstab für unser Leben. Vor vielen Jahren gab es einmal die Bewegung „Was würde Jesus tun?“ – Jugendliche trugen Armbänder mit der Aufschrift „WWJD“ – „What would Jesus do?“ – und versuchten sich bei jeder Entscheidung, jedem Wort, das sie anderen sagen, daran zu orientieren, was Jesus in der betreffenden Situation tun würde – was würde er sagen, wie würde er handeln. Das Bändchen hängt noch an meinem Schreibtisch und erinnert mich an diese Aktion. Oft habe ich es getragen, um mich an diese Frage zu erinnern … Was würde Jesus jetzt tun? Was würde er in dieser Situation sagen oder wie sieht er die Person an, die jetzt vor mir steht? Mit Augen der Liebe und mit dem Blick, der hinter die Fassade schaut, die mir vielleicht jetzt recht unfreundlich entgegentritt.
Er sieht den Menschen, wie er ihn sich gedacht hat, als er genau diese Person erschuf.
Meine Aufgabe ist es nun, diesen Menschen so zu lieben, dass dieses von Gott geliebte und geprägte Image hervorbrechen und hervorleuchten kann … Wie kann das geschehen? Menschen reagieren auf mich so, wie ich sie anspreche – liebevoll, fragend; dann ist da Raum, sich zu öffnen, sich zu verändern, Lösungen für Probleme zu suchen – Fragen und Offenheit eröffnen Räume und schaffen eine Basis für Gespräch und für ein tieferes Kennenlernen.
Wie unser Blick Menschen verändert
In meiner systemischen Ausbildung wurde ein Experiment besprochen, welches zu erstaunlichen Erkenntnissen kam. Ein Professor, der auf dem Gebiet der Verhaltensforschung arbeitete, untersuchte Ratten auf ihre Intelligenz. Eines Abends, als alle Assistenten und Assistentinnen aus dem Labor gegangen waren, befestigte er willkürlich Aufkleber an den Rattenkäfigen: „dumme Ratte“, „schlaue Ratte“, „dumme Ratte“, „dumme Ratte“, „schlaue Ratte“ und so weiter. Diese Einschätzung beruhte auf keiner Beobachtung oder irgendeiner objektiven Feststellung. Die Ratten konnten natürlich nicht lesen und sich selber dieser Einschätzung bewusst werden. Nun passierte etwas ganz Merkwürdiges. Die Ratten mussten Experimente machen – z. B. aus einem Labyrinth herausfinden, Schaltermechanismen bedienen, um Belohnungen zu erhalten, und noch weitere Experimente, die auf ihre Intelligenz Rückschlüsse zuließen.
Die Ratten, die der Professor als „schlaue Ratte“ deklariert hatte, schnitten in den Experimenten weit besser ab als die, die den Aufkleber „dumme Ratte“ erhalten hatten. Was war gesche