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Wie viel Anstrengung darf sein?

Wie viel Anstrengung darf sein?

Published 2 weeks ago
Description

Eine Hörerin schreibt uns nach unserer Folge mit Hanna Engström: Wie oft ist sie über die Grenzen ihrer Stute Lilly gegangen, in dem Glauben, es sei am Ende gut für sie? Sie bringt drei Sätze mit, die in Ställen ständig fallen – "man muss auch mit Baustellen trainieren, wie beim Rehasport", "beim Sport guckt man auch nicht fröhlich", "ich geh auch arbeiten trotz Kopfschmerzen". Wir nehmen jeden einzelnen ernst und prüfen, was daran stimmt – und was fehlt, wenn man ihn vom Menschen aufs Pferd überträgt. Dabei geht es um das Belastungsfenster, um trainierbares und nicht-trainierbares Gewebe, um erworbene versus angeborene Einschränkungen, und um zwei Mechanismen, die leicht verwechselt werden: Exercise-Induced Hypoalgesia und Stress-Induced Analgesia.

* Worum es in dieser Folge geht*

  • Die Angst hinter der Frage: Nicht "bewege ich zu wenig", sondern "habe ich geschadet" – und warum Bewegung ein gesundes Pferd nicht abnutzt.
  • Das Belastungsfenster: Warum Unterforderung bei gesunden Pferden oft das größere Problem ist als Überforderung – und warum sich das Fenster bei Baustellen umkehrt.
  • Was ist wirklich trainierbar? Muskulatur, Sehnen, Bänder, Koordination – ja. Bereits geschädigter Gelenkknorpel – nur sehr begrenzt. Der Unterschied verändert das Trainingsziel, nicht die Trainingsbereitschaft.
  • Erworben vs. angeboren: Warum eine Sehnenverletzung anders behandelt werden muss als eine Fehlstellung, mit der ein Pferd geboren wurde – und warum beide ineinander übergehen können.
  • Der Schmerztoleranz-Mythos: Pferde spüren Schmerz nicht weniger als wir. Sie zeigen ihn nur seltener – aus gutem, evolutionärem Grund.
  • Reha unter Belastung: Warum reine Schonung bei frischen Verletzungen keine neutrale, sichere Wahl ist, sondern selbst die Heilungsqualität beeinflusst.
  • Exercise-Induced Hypoalgesia vs. Stress-Induced Analgesia: Zwei unterschiedliche Mechanismen, die beide Schmerz maskieren können – und warum der zweite dafür sorgt, dass Trainingserfolg nie ausschließlich während des Tuns bewertet werden darf, sondern in der Ruhe danach.
  • Unser Werkzeug dafür: Die funktionale Ganganalyse, unser Messstab aus 24 Verhaltensmerkmalen plus Horse Grimace Scale – warum wir immer damit beginnen, und warum wir nach einer bestimmten Zeit erneut hinschauen.

Quellen

  1. Silbernagel KG, Thomeé R, Eriksson BI, Karlsson J. (2007). Continued Sports Activity, Using a Pain-Monitoring Model, during Rehabilitation in Patients with Achilles Tendinopathy. American Journal of Sports Medicine, 35(6), 897–906.
  2. Eliasson P, et al. (2024). Deprivation of loading during rat Achilles tendon healing affects extracellular matrix composition and structure, and reduces cell density and alignment. Scientific Reports.
  3. Eliasson P, et al. (2018). Early Tensile Loading in Nonsurgically Treated Achilles Tendon Ruptures Leads to a Larger Tendon Callus and a Lower Elastic Modulus: A Randomized Controlled Trial. American Journal of Sports Medicine.
  4. The role of mechanical loading in tendon development, maintenance, injury, and repair (2013). Übersichtsarbeit, PubMed.
  5. Dye SF. (2005). The pathophysiology of patellofemoral pain: a tissue homeostasis perspective. Clinical Orthopaedics and Related Research, 436, 100–110.
  6. Monitoring distances travelled by horses using GPS tracking collars. Australian Veterinary Journal. PubMed
  7. Hildebrandt F, Krieter J, Büttner K, Salau J, Czycholl I. (2020). Distances Walked by Long Established and Newcomer Horses in an Open Stable System in Northern Germany. Journal of Equine Veterinary Science.
  8. Nedergaard et al. (2024). Evidenc
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