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Drei Fristen, die niemand ankündigt

Episode 36 Published 1 month, 2 weeks ago
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NIS-2-Vollzug läuft • E-Rechnungspflicht ab 2027 • 186.000 Nachfolgen bis 2030

NIS-2-Vollzug: BSI prüft seit August konsequent

Seit dem 1. August 2026 ist die Kulanzfrist des BSI für die Registrierung nach dem NIS-2-Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) abgelaufen. Das Gesetz ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft. Von rund 29.500 registrierungspflichtigen Einrichtungen waren bis Ende Mai 2026 rund 18.500 erfasst. Die Registrierungspflicht ergibt sich aus § 33 BSIG, die persönliche Haftung der Geschäftsleitung aus § 38 BSIG.

Betroffene Sektoren und Schwellenwerte (für die Fachabteilung)

  • Besonders wichtige Einrichtungen: ab 250 Beschäftigte oder über 50 Mio. Euro Umsatz und über 43 Mio. Euro Bilanzsumme
  • 18 Sektoren, u. a. Fahrzeugbau, Medizinprodukte, elektrische Geräte, Lebensmittel, Abfallwirtschaft, Post- und Kurierdienste
  • Bußgeld bei fehlender Registrierung: bis zu 500.000 Euro; Mängel im Risikomanagement: bis zu 10 Mio. Euro oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes
  • Betroffenheitsprüfung: betroffenheitspruefung-nis-2.bsi.de

E-Rechnungspflicht ab 1. Januar 2027

Ab dem 1. Januar 2027 müssen Unternehmen mit einem Gesamtumsatz von mehr als 800.000 Euro im Vorjahr (2026) ihre Rechnungen für inländische B2B-Umsätze strukturiert elektronisch ausstellen (EN 16931, insbesondere XRechnung oder ZUGFeRD). Papier und einfaches PDF sind für diese Gruppe ab diesem Datum unzulässig. Empfangspflicht besteht bereits seit dem 1. Januar 2025. Ab 1. Januar 2028 gilt die Ausstellungspflicht für alle übrigen Unternehmen. Rechtsgrundlage: Wachstumschancengesetz.

Unternehmensnachfolge: 186.000 Übergaben bis 2030

Laut der Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) „Unternehmensnachfolgen in Deutschland 2026 bis 2030" stehen im genannten Zeitraum rund 186.000 Unternehmen zur Übergabe an. Die Zahl stagniert trotz zunehmender Alterung der Inhaber. Grund: Die verschlechterte wirtschaftliche Lage macht Übernahmen für Nachfolger weniger attraktiv.

Kurz notiert: Sozialversicherung und Fachkräfte

  • GKV-Zusatzbeitrag 2027: Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags aus; Beitragsbemessungsgrenze soll zusätzlich steigen. Werte noch nicht amtlich festgesetzt.
  • DIHK-Fachkräftereport 2025/2026 (Herbst-Konjunkturumfrage 2025, knapp 22.000 befragte Unternehmen): 36 % berichten von Stellenbesetzungsschwierigkeiten; in Betrieben mit 20 bis 199 Beschäftigten sind es 44 %, bei 200 bis 999 Beschäftigten 47 %.
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