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Back to EpisodesStandort Deutschland: Wie berechtigt ist der Pessimismus?
Description
In dieser Folge von Economic Challenges analysieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. Rürup benennt vier strukturelle Belastungen: den demografischen Wandel, das unter Druck geratene Exportmodell, den Rückstand bei Schlüsseltechnologien wie Künstlicher Intelligenz (KI) und der schwindende Vorsprung der deutschen Automobilindustrie. „Die Zukunft erfüllt alle Kriterien, schlechter zu sein als die Vergangenheit“, sagt Rürup.
Hüther mahnt zur Differenzierung. Im klassischen Industriebereich stehe Deutschland nicht schlechter da als andere, der Rückstand konzentriere sich auf die Digitalwirtschaft. Beim Beschäftigungsabbau sieht er drei Antriebsfaktoren: Konjunkturschwäche, strukturellen Wandel durch Klima- und KI-Transformation sowie den Abbau des „Labor Hoarding“, also das Halten von Arbeitskräften unabhängig von der Auslastung.
Beim Vergleich mit den USA hält Hüther dagegen: Deutsche Unternehmen investierten im ersten Halbjahr 2026 rund 65 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum – von einem Investitionssog in die USA könne keine Rede sein. Zugleich warnt er vor der Schuldenpolitik von US-Finanzminister Scott Bessent, die die Unabhängigkeit der Federal Reserve unter Druck setze.
Rürups Pessimismus bleibt am Ende bestehen – Hüther setzt auf Vorlaufindikatoren und konjunkturelle Robustheit. Wer recht behält, wollen beide in der nächsten Folge klären.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Lukas Teppler
Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Economic Challenges: https://www.handelsblatt.com/global