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Back to EpisodesGehört, gesehen, betrachtet
Description
Augenzeugenschaft und Ursprung der Botschaft
Im Bibeltext unserer Tageslese ziehen die Verben sofort meine Aufmerksamkeit auf sich. „Gehört, gesehen, betrachtet und betastet“, heißt es in Vers 1. In Vers 2: „Erschienen, gesehen, bezeugen und verkündigen.“ Und auch in Vers 3 und 4: „Gesehen, gehört, verkündigen und schreiben.“ Ich empfinde die Power, die Dynamik in der dichten Folge dieser Verben. Den Schreiber drängt es, von dem zu berichten, was er erlebt hat. Persönlich erlebt! Nicht über den Freund eines Freundes eines Freundes gehört. Nicht in gedanklichen Diskussionsrunden erörtert. Erlebte Tatsachen!
Auffällig ist weiterhin: Weder der Absender noch der Verfasser werden benannt. Ausleger verweisen in diesem Zusammenhang auf die in den einführenden Sätzen erkennbare Parallele zum Auftakt des Johannesevangeliums. Das „Was von Anfang an war … vom Wort des Lebens“ unseres Textes und das „Am Anfang war das Wort“ des Johannesevangeliums sind sich nicht nur sprachlich sehr ähnlich. Die Worte weisen auch inhaltlich in die gleiche Richtung. Zusammen mit Beobachtungen zum Wortschatz und der ausdrücklich aufgeführten Augenzeugenschaft kann ich wohl zu Recht von dem Jünger Johannes reden, der diesen Brief verfasst hat. Verfasst an einen Personenkreis, den er im späteren Verlauf öfter als „Kinder“ oder „meine Kinder“ anredet. Aufgrund dieser Beobachtung und der aufgegriffenen Themen nimmt man an, es sind Gemeinden, an die er sein Schreiben richtet. Gemeinden, die er auf das Wichtigste fokussieren möchte. Es bleibt nicht nur bei dem von Gott von Anfang an gesetzten „Wort des Lebens“. Sondern: „Das Leben selbst ist erschienen!“ „Wir sind Augen- und Ohrenzeugen!“, so Johannes. Bibelkundige haben die Parallele zu Joh. 1,14 vor Augen, wo es heißt: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“
Das Leben ist erschienen
Ich werde den Eindruck nicht los: Johannes ist beim Nachdenken über dieses Geschehen immer wieder von der gleichen Faszination ergriffen. Er will nichts lieber, als dass dieser Funke von ihm auf die Leser überspringt.
Haben Sie schon einmal durch ein Fernglas geschaut, dessen Fokussierung auf den Nahbereich eingestellt ist, Sie aber wollten in die Ferne schauen? Das, worauf es ankommt, was ich unbedingt sehen möchte, erscheint völlig verschwommen. Mehr noch, die Augen sind irritiert. Wenn Sie nicht die Entfernungsschärfe einstellen, werden Sie sehr schnell das Fernglas wieder absetzen. Mir scheint, Johannes geht es gleich zu Beginn seines Schreibens um eine vergleichbare Fokussierung. Er will das scharfstellen, worauf es im Leben ankommt. „Das Leben ist erschienen“, schreibt er in Vers 2. Das von Gott gesetzte Leben ist in unsere Welt getreten. Es ist nicht ein Etwas. Es ist ein Jemand: Jesus
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