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Back to EpisodesUnerwartete Konflikte
Description
Ein geheilter Außenseiter und das Misstrauen seiner Umgebung
Man soll nicht glauben, in welche Konflikte eine Begegnung mit Jesus einen Menschen stürzen kann. Hier ist einer geheilt worden. Der ist von Geburt an blind gewesen. Von Geburt an ist er – scheinbar – mit einem Makel behaftet. Die Frommen und Gesunden betrachten ihn mit Misstrauen: Ob er nicht selbst schuld ist an der Misere, dass Gott ihn so straft? Zum Glück, so muss ich fast sagen, sieht er vieles nicht: Das Misstrauen in den Gesichtern, die Blicke, die sie einander schnell zuwerfen, das Naserrümpfen, das schnelle Wechseln der Straßenseite von Bekannten der Familie. Aber er spürt es wohl, dass es um ihn einsam ist. Das Gleiche galt für seine Eltern, auch sie fühlen sich möglicherweise schuldig seinetwegen.
Jesus beurteilt das anders. Bevor er den Blinden heilt, macht er seinen Jüngern klar: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt. Es sollen die Werke Gottes an ihm offenbar werden.“ Jesus sieht die Gelegenheit, hier etwas zur Ehre Gottes, des Vaters zu tun.
Die Pharisäer zwischen Machtanspruch und geistlicher Blindheit
Umso bitterer, dass das bei den Pharisäern überhaupt nicht ankommt. Sie sind so stark voreingenommen, dass sie die Heilung gar nicht als Werk Gottes erkennen. „Gib Gott die Ehre!“ herrschen sie den gesund Gewordenen an, d. h., sie glauben ihm gar nicht, sie glauben, dass er lügt. „Gib Gott die Ehre, sag die Wahrheit.“ Und dann – ohne Beweise – behaupten sie: „Wir wissen, dass dieser Mensch – also Jesus – ein Sünder ist!“ – Sie wissen nichts dergleichen, das ist eine reine Einschüchterungstaktik. Jesus tut etwas, das sich ihrer Kontrolle entzieht. Das passt nicht in ihr religiöses System: „Wo kommen wir denn da hin, wenn wir all diese kranken, makelbehafteten und daher offensichtlich sündigen Leute auch noch mit Heilungen belohnen?“ und deswegen wollen sie verzweifelt, dass Jesus schuld sein soll, dass sie entweder Jesus oder dem Blindgeborenen irgendwie Betrug oder Zauberei oder so etwas nachweisen können.
Standhaftigkeit im Glauben – der Blindgeborene trotzt dem Druck
Aber der Blindgeborene lässt sich nicht einschüchtern. Der gehört nie richtig dazu, er kämpft schon immer mit Misstrauen, der lernt, damit umzugehen. Das wird in der Bibel immer wieder gesagt: Wenn wir in schwierigen Situationen, in Versuchungen, in Leiden, an Gott dranbleiben, dann wird unser Charakter geformt, dann entwickeln wir einen Glauben, der sich in solchen Konfliktsituationen bewährt. Die kommen ja oft völlig unerwartet und plötzlich. Ich habe gar keine Zeit, mich darauf vorzubereiten. – Wie es hier ist: Die attackieren den Blindgeborenen ja richtig. Jesus sagt: Diese Blindheit dient zur Ehre Gottes, weil sie zeigt, was Gott tun kann.
Aber nicht nur, dass die Pharisäer das Wirken Gottes hier nicht erkennen, es freut sich auch niemand mit ihm. Das finde ich richtig traurig: Da kann ein Mensch auf einmal sehen, der noch nie vorhersehen konnte. Er sieht den Himmel, Bäume, Blumen, Menschen! – Er hat auf einmal eine Zukunft: Er kann für sich sorgen, er kann arbeiten, er muss nicht mehr betteln. Und statt dass er jetzt dazu gehört, als gesunder Mensch, wie er das vielleicht 1.000 mal gehofft hat, ist das Misstrauen gegen ihn jetzt noch größer. Jetzt zieht er auch noch die Aufmerksamkeit der Führungsschicht auf sich und wird massiv unter Druck gesetzt. Und ich denke, das ist auch ein Grund, warum sich keiner so richtig traut, sich mitzufr