Episode Details
Back to EpisodesNîmes, Pont du Gard und die Cévennen: Südfrankreich mit Liliane Skalecki
Description
NÎMES UND DER GARD
Wir beginnen dort, wo Liliane einen großen Teil des Jahres lebt: in einem Dorf nahe Nîmes, der Hauptstadt des Départements Gard. Der Gard gehört zum Languedoc und grenzt an die Provence – die Rhône ist die Trennlinie. Nîmes liegt eine gute halbe Stunde südlich der Cévennen und nordöstlich von Montpellier. Liliane beschreibt Nîmes als eine der faszinierendsten Städte Frankreichs, weil sie so bunt ist: der antike Tempel Maison Carrée, die heute geöffnete Arena, der barocke Jardin de la Fontaine mit Wasserspielen und Kräuterterrassen, die Tour Magne keltischen Ursprungs hoch über der Stadt und das moderne Musée de la Romanité. Dazu belebte Gassen, Boutiquen, kleine Cafés – und einmal im Jahr die Feria mit Umzügen, Flamenco und Pferdevorführungen.
DER PONT DU GARD
Der Pont du Gard liegt im Gard, nicht in der Provence – darauf legt Liliane Wert. Wir sprechen über die Ingenieurskunst der Römer: ein Aquädukt, dessen Gefälle kilometerweit berechnet ist, damit das Wasser am Ende in Nîmes ankommt. Die Brücke steht nicht allein; entlang der antiken Wasserleitung kann man die einzelnen Aquädukte auf einem eigenen Weg peu à peu erwandern. Mein Tipp aus der Folge: nicht direkt vorfahren, sondern die letzten Kilometer zu Fuß gehen – dann taucht dieses Postkartenmotiv plötzlich vor einem auf, und man bekommt einen ganz anderen Bezug dazu. Das Museum am Pont du Gard ergänzt den Besuch.
DIE CÉVENNEN UND DER STEVENSON-WEG
Von Lilianes Schreibtisch geht der Blick über Weinfelder bis in die Cévennen. Dort ist es im Sommer etwas kühler, und man wandert zum Abschalten. Für mich verbindet sich mit den Cévennen sofort Robert Louis Stevenson und seine „Reise mit dem Esel durch die Cévennen“. Den Weg kann man bis heute gehen; Stevenson kam damals in Saint-Jean-du-Gard an, heute starten oder enden viele Wanderer in Alès, der nächstgelegenen größeren Stadt mit Bahnanschluss.
LEBEN IM DORF IN OKZITANIEN
Das Dorf ist klein – Bürgermeister, Grundschule, eine kleine Bibliothek, mehr nicht; im Nachbardorf ein Bäcker und eine Kneipe. Klassisches Dorfleben gibt es kaum, dafür Freundschaften in der Umgebung, spontane Einladungen zum Apéro und die fêtes votives. Dann mischt man sich unters Volk, trinkt einen Pastis oder ein Glas Wein und kommt ins Gespräch. Zu den Festen gehören die unblutigen Course camarguaise und die Abrivado, bei denen Stiere, begleitet von Reitern, durch abgesperrte Straßen laufen – lokale Tradition in dieser Ecke Okzitaniens.
DIE REGION MIT DEN AUGEN EINER AUTORIN
Liliane ist promovierte Kunsthistorikerin und Archäologin – und genau das prägt ihren Blick auf die Region. Für ihre Frankreich-Krimis um die Untersuchungsrichterin Mathilde Boncourt recherchiert sie vor Ort: Sie besucht Ausgrabungen rund um Nîmes, etwa in Uzès, wo gerade ein römischer Mosaikfußboden freigelegt wurde. Wie das römische Erbe und die Landschaft des Gard in ihre Geschichten einfließen, macht Lust, die Region selbst mit wachen Augen zu entdecken.
FRANKREICH GUT VORBEREITET ERLEBEN
Viele der Orte, über die wir sprechen – Nîmes, die Umgebung des Pont du Gard, der Gard und die Cévennen – tauchen auch in meinen Reisen mit Tour Exquisit auf. Wer Südfrankreich einmal in Ruhe, mit Hintergrundwissen und ohne den Stress der eigenen Planung erleben möchte, findet hier den passenden Rahmen.
Diese Folge – wie jede Episode von À table – habe ich vollständig alleine produziert. Ich freue mich über Ihr Feedback und gerne auch über eine Bewertung des Podcasts.
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