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Jesus – gut für Überraschungen
Jesus ist gut für Überraschungen. Menschen wundern sich über ihn, nicht nur, wenn er Wunder tut. Das, was er sagt, wann er es sagt und wie er es sagt, lässt die Menschen aufhorchen. Im heutigen Bibeltext begegnet uns das gleich mehrfach und ich möchte drei Beispiele dafür benennen.
Erstens: Jesus lehrt im Tempel – und niemand kann ihn davon abhalten
Wenn ich die Texte der Bibel lese, kommt diese Tatsache ganz unspektakulär daher, aber das ist es nicht. Der Tempel ist das Zentrum des religiösen Lebens, und wer dort sprechen darf, ist eine religiöse Autorität. Auch heute darf man schließlich nicht ohne Weiteres in Kirchen auf die Kanzel gehen. Jesus ist den Menschen in Jerusalem schon bekannt; der Text zeigt uns, dass er eine strittige Person ist. Die einen setzen große Hoffnung auf ihn, die anderen wollen ihn zum Schweigen bringen. Viele stehen dazwischen und haben Angst, sich zu positionieren.
Die Menschen damals sind unsicher, wer dieser Jesus eigentlich ist. Und ich glaube, dahinter steckt ein tieferes, menschliches Problem, das uns bis heute betrifft: Wir kennen und erkennen Gott nicht. Jedenfalls nicht einfach so von uns aus, obwohl wir als sein Ebenbild geschaffen sind, wie ich es als Christ glaube. Jesus konfrontiert dieses Problem und seine Zuhörer direkt: Ihr kennt Gott nicht. Wenn ich als Mensch mir in einer Sache unsicher bin, suche ich nach Autoritäten, die mir helfen, klarer zu sehen oder besser zu verstehen. Damals fragen sich die Menschen, was wohl die religiösen Führer über Jesus sagen. Heute berufen sich viele auf vermeintliche Autoritäten aus Wissenschaft, Politik oder der Promiwelt, um entweder den eigenen Glauben oder Unglauben zu begründen. Jesus hat einen ganz anderen Ansatz. Er sagt: Wenn ich ihm glaube und mein Leben auf ihn baue, dann lässt er in mir eine sprudelnde Quelle entstehen, die im Leben hilft zu reifen, zu entscheiden, zu verstehen und zu glauben. Es überrascht also nicht nur, dass Jesus im Tempel lehrt. Und das, was er lehrt, macht ihn zur Autorität schlechthin, der im Tempel genau da ist, wo er hingehört.
Zweitens: Jesus kündigt seinen Weggang an
Die zweite Sache, die die Menschen erstaunen lässt, ist, dass Jesus seinen Weggang ankündigt. Seinen Jüngern gegenüber hat er wiederholt ganz klar gesagt, was mit ihm geschehen wird – doch selbst sie können es nicht glauben. Die Zuhörer von Jesus im Tempel verstehen nicht. Will er auf Reisen gehen? Wo soll er schon hin, wo wir ihn nicht mehr finden könnten? Diese Reaktion ist bemerkenswert. Besonders, da sie sich vorher noch den Mund darüber zerrissen haben, wo er herkommt, und behaupten, genau deshalb zu wissen, dass er nicht der Messias sein kann.
Während sich seine Zeitgenossen noch über diese Herkunftsfrage austauschen, ist Jesus gedanklich schon einen gewaltigen Schritt weiter. Auch hier erstaunt er, und ich habe wieder den Eindruck, dass die Leute einfach nicht mitkommen. Bis heute suchen und forschen etliche, was Jesus mit so manchen seiner Aussagen meint. Für viele bleibt es ein Fischen im Trüben. Doch diejenigen, die Jesus vertrauen und sein Wort annehmen, finden in seinen Worten Worte des ewigen Lebens und einen großen Schatz. Und das überrascht bis heute, obwohl Jesus nicht mehr da zu sein scheint.