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Bürgermeister Luca Piwodda: „Die Zeit der Großparteien ist rum, das sind Dinosaurier“
Description
Der Brandenburger Luca Piwodda ist einer der jüngsten Bürgermeister Deutschlands. Im Cicero Podcast erklärt er, warum er die Brandmauer für realitätsfremd empfindet und weshalb er lieber eine eigene Partei gegründet hat, als in die CDU oder SPD einzutreten.
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Inhalt Podcast:
03:18 "Meines Erachtens sind die Großparteien Dinosaurier, die noch nicht verstanden haben, dass ihre Zeit rum ist. Wir können an ganz verschiedenen Punkten sehen, dass Parteien immer noch mit den Ideen des 20. Jahrhunderts arbeiten und nicht fit fürs 21. Jahrhundert sind. Ich kann das mal mit einem konkreten Beispiel beschreiben, wie wir es probieren, anders zu machen bei uns in der Partei des Fortschritts. Wir haben 1.100 Mitglieder, sind ja vergleichsweise klein im Vergleich zur SPD und Co., haben 70 kommunale Mandatsträger, sitzen im Europaparlament, also bauen wir uns weiter auf und haben immer die Idee gehabt, wir müssen so basisdemokratisch wie irgendwie möglich organisiert sein." (Luca Piwodda)
06:20 "Meines Erachtens müssen wir viel mehr dahin kommen, dass wir auch wirklich an das Grundgesetz rangehen und nicht nur Parteien zu Wahlen zulassen, sondern genauso Netzwerke, Bündnisse, Projektinitiativen zulassen, weil die Zeit viel dynamischer geworden ist. Verschiedene Netzwerken schließen sich zusammen, haben ganz konkrete Ideen, wie sie vielleicht im Land Brandenburg, auf der Bundesebene Ideen umsetzen wollen und haben dadurch eine viel stärkere Kraft, auch eine viel stärkere Legitimation plus sie müssen sich nicht mit dem Ballast rumschleppen, das erlebe ich ja ganz häufig, dass Kandidierende sagen oder auch Wähler sagen, eigentlich ist der Kandidat gut, aber die SPD der letzten 40, 50 Jahre oder was auch immer hat so viel Schlechtes gemacht, den kann ich nicht wählen, da wird so viel historischer Ballast immer mit herumgeschleppt. Deshalb müssen wir uns öffnen für neue Formen und nicht nur Parteien müssen in die Parlamente, sondern auch eben Bündnisse." (Luca Piwodda)
13:06 "Es ist viel grundsätzlicher geworden, überhaupt Menschen noch zu begeistern für Demokratie oder für Parteien. Deswegen müssen wir uns wirklich die Frage stellen, wie kriegt man ganz viele Menschen zurückgeholt, dass sie wieder einen Glauben an die Demokratie haben. Wir müssen da wirklich radikaler werden in unseren Ansätzen." (Luca Piwodda)
15:14 "Ich denke eher, das ist eine Illusion, zu glauben, dass es dieses klassische Links-Rechts-Schema noch gibt. Also meines Erachtens, wenn wir jetzt mal alle sozialpolitischen Fragen durchgehen, man merkt ja, wie häufig AfD-Positionen erstaunlich nah an Linkspositionen dran sind. Oder auch bei ganz verschiedenen anderen Dingen würde ich selbst für mich kaum sagen können, ob ich ein links- oder rechtseingestellter Mensch bin. Ich würde sagen, sozialpolitisch bin ich eher links, gesellschaftspolitisch bin ich eher konservativ. Also es fällt unfassbar schwer, auf einem Begriff, nämlich rechts oder links, zuzuspitzen, wie eine Person, eine Partei, eine Strömung sich verhält." (Luca Piwodda)
20:32 "Im Kern bedeutet es, dass der Garzer Weg ein neuer Ansatz für Bürgerbeteiligung ist, für ein neues politisches Modell sozusagen darstellt. So hoffe ich es zumindest, und kopierbar ist auf ganz viele andere Städte und Gemeinden in Deutschland. Im Kern geht es darum, dass einfach mutige Menschen vor Ort eine Vision entwickeln, wie soll sich die Stadt zukünftig entwickeln und langfristi