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Auf Spurensuche: Warum zögert Jesus?
Ich weiß nicht, wie es Ihnen mit dieser Geschichte von Jesus geht. Ich jedenfalls war anfänglich etwas verwirrt über das Hin und Her, das geschildert wird. Deshalb habe ich mich auf Spurensuche begeben und lade Sie ein, mir dabei zu folgen.
Meine erste Frage lautet: Warum will Jesus nicht nach Jerusalem gehen?
Im ersten Vers unseres Bibeltextes heißt es: Jesus wollte nicht nach Jerusalem, weil die Menschen dort ihm nach dem Leben trachteten. Äh? Wie? – Ist nicht Jesus später ganz bewusst nach Jerusalem gereist – wohlwissend, dass die Menschen ihn dort kreuzigen wollten?
Im Johannesevangelium, Kapitel 7,8 sagt Jesus: „meine Zeit ist noch nicht erfüllt.“ Ich entde>Gottes für sein Leben, er fragt auch nach dem Zeitplan Gottes, dem Timing.
Das Laubhüttenfest und der Druck der Familie
Frage 2: Was hat es mit dem Laubhüttenfest auf sich?
Das Laubhüttenfest ist ein riesiges Volksfest in Israel. Aus allen Teilen des Landes strömen die Menschen nach Jerusalem, um zu feiern. Dieses Fest findet im Herbst statt und es ist ein fröhliches Fest in Israel. Eine Woche lang erinnert man sich an die Wüstenwanderung des Volkes Gottes und an Gottes Schutz und Versorgung in diesen schweren Zeiten. In dieser Festwoche verlassen die Menschen ihre festen Häuser und leben in Zelten und Hütten, wie auf der Wüstenwanderung. Und es ist zeitgleich auch ein Erntefest und die Feier der Weinlese.
Frage 3: Wer sind hier die Brüder Jesu?
Hier melden sich seine leiblichen Brüder zu Wort. Ja, Jesus hat nach Aussage der Bibel vier Brüder und mindestens zwei Schwestern. Seine Brüder heißen Jakobus, Josef, Simon und Judas. Sie versuchen Jesus zu überzeugen, auch auf das Laubhüttenfest zu gehen. Dieses große Fest in Israel ist doch ein geeigneter Ort, sich zu präsentieren. „Jesus“, so denken und sagen seine Brüder, „da kannst Du groß rauskommen, da kannst Du Dir einen Namen machen, da kannst Du noch mehr Anhänger gewinnen.
Jesus folgt Gottes Willen – nicht dem Willen der Menschen
Meine letzte Frage lautet: Warum folgt Jesus nicht dem Rat seiner Brüder, nach Jerusalem zu gehen?
Weil sich Jesus am Willen Gottes, nicht am Willen von Menschen orientiert.
Und hier, so meine ich, sind wir an einem ganz wichtigen Merkmal des Lebens von Jesus angekommen: Nicht was Menschen von ihm wollen und erwarten, ist sein Leitfaden, sondern was Gott von ihm will. So kommt es immer wieder zu Konflikten mit anderen Menschen, sogar mit seinen engsten Verwandten und seinen besten Freunden.
Da ist seine Mutter Maria. Auf einer Hochzeitsfeier fordert sie Jesus auf, für mehr Wein zu sorgen. Jesus entgegnet ihr: „Was habe ich mit dir zu schaffen. Meine Stunde ist noch nicht da.“
Da ist sein JüngerPetrus, der Jesus davon abbringen will, am Kreuz zu sterben. Jesus entgegnet ihm: „Petrus, Du meinst nicht, was göttlich, sondern was menschlich ist.“
Jesus hat es nie darauf abgesehen, alle Wünsche und Ideen seiner Mitmenschen zu erfüllen. Sein Lebensziel ist: Gott zu ehren, Gottes Willen zu tun und den Menschen zu dienen – in genau dieser Reihenfolge.
Noch im gleichen Kapitel sagt Jesus: „Ich suche die Ehre dessen, der mich gesandt hat“ – Gott selbst. Sich bei den Menschen einen großen Namen zu machen, ist nie sein Ziel. Deshalb der Konflikt mit seinen leiblichen Brüdern: denn die wollen, d