Episode Details
Back to Episodes
Wintervorbereitung beginnt im August: der Fehler, den fast jeder macht
Description
Ob ein Bienenvolk den Winter übersteht, entscheidet sich nicht im Winter. Es entscheidet sich im
August. Diese These stellt Markus Habermehl an den Anfang dieser Honigraum-Folge, und sie
erklärt gleich den häufigsten Fehler in der Wintervorbereitung: zu spät anzufangen.
Der Grund liegt in der Biologie. Sommerbienen leben nur wenige Wochen, sammeln und pflegen die
Brut, dann sind sie verbraucht. Winterbienen dagegen leben mehrere Monate, tragen das Volk durch
die kalte Jahreszeit und haben einen völlig anderen Stoffwechsel mit mehr Reservestoffen. Genau
diese Winterbienen werden im Spätsommer und Frühherbst aufgezogen, also im August. Wenn dann
die Rahmenbedingungen nicht stimmen, sind die Winterbienen von Anfang an geschwächt, egal was
im Oktober noch unternommen wird.
Zwei Stellschrauben entscheiden laut Markus über gesunde, langlebige Winterbienen:
- Die Varroa-Belastung rechtzeitig senken, nicht erst im Herbst.
- Früh genug füttern, damit das Volk beim Ansetzen der Winterbienen bereits gut versorgt ist.
Der typische Fehler: Wintervorbereitung erst im Oktober oder November zu starten. Zu diesem
Zeitpunkt sind die Winterbienen längst angelegt und durch eine späte Varroa-Behandlung oder zu
spätes Füttern womöglich schon geschädigt. Im Spätherbst bleibt dann nur noch Kontrolle und
Restentmilbung übrig, die eigentliche Weichenstellung ist längst gelaufen.
Sein eigener Zeitplan: Fütterung spätestens ab dem 1. August, die Varroa-Behandlung jetzt im
Spätsommer erledigen. Interessant ist außerdem sein Hinweis auf Studien, die Zuckerwasser
gegenüber Invertzuckerfutter im Vorteil sehen, weil die Bienen das Futter dabei selbst umarbeiten.