Episode Details

Back to Episodes
Sternengeschichten Folge 713: Lemuria und das Auf und Ab der Kontinente

Sternengeschichten Folge 713: Lemuria und das Auf und Ab der Kontinente

Episode 713 Published 6 hours ago
Description
Nix is fix!

Sternengeschichten Folge 713: Lemuria und das Auf und Ab der Kontinente

In dieser Folge der Sternengeschichten geht es um den versunkenen Kontinent Lemuria, die Heimat der ersten Menschen, die nach dem Untergang ihrer Zivilisation die Kultur von Atlantis gegründet haben. Und wer sich jetzt fragt, was das soll, hat vollkommen recht. Keine Sorge, das hier ist nicht plötzlich zu einem Esoterik-Podcast geworden - aber Lemuria ist heute wirklich das Thema. Diese Folge der Sternengeschichten ist eine über unseren Planeten und über den langen Weg, den wir zurückgelegt haben, um zu verstehen, wie die Erde als Planet funktioniert. Es geht um das Wissen über die unmerklich langsamen Veränderungen der Erdoberfläche, die am Ende dennoch dafür verantwortlich sind, dass wir darauf leben können und die wir verstehen müssen, wenn wir verstehen wollen, was auf anderen Planeten im Sonnensystem und bei anderen Sternen passiert.

Die Geschichte von Lemuria beginnt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das war auch die Zeit, in der sich unser Bild der Erde und ihrer Lebewesen dramatisch gewandelt hat. Lange Zeit war in unserem Kulturkreis die Bibel das maßgebliche Werk, um die Welt zu verstehen. Dort steht, dass Gott die Erde in sieben Tagen erschaffen hat und das Gott ebenfalls der Schöpfer von Tieren, Pflanzen und Menschen ist. Nach dieser Schöpfung war alles fix und fertig und hat sich nicht mehr geändert; es sei denn, Gott wird unzufrieden und muss einen Teil der Schöpfung durch Katastrophen wie die Sintflut wieder auslöschen und danach ein bisschen umgestalten. Aber diese Geschichten haben irgendwann nicht mehr gereicht. Forscher wie Charles Darwin und Alfred Russel Wallace haben festgestellt, dass die Lebewesen auf der Erde nicht unveränderlich sind, sondern dass es so etwas wie "Evolution" gibt, die dafür sorgt, dass sich Tiere und Pflanzen sehr langsam, aber beständig verändern und dass das auch auf den Menschen zutrifft. Und der Geologe Charles Lyell hat gezeigt, dass solche langsamen Veränderungen auch für das Aussehen der Erde verantwortlich sind. Genau in dieser Zeit des Umbruchs hat sich der englische Zoologe Philip Lutley Sclater mit den Fossilien von Säugetieren in Indien, Sri Lanka und Madagaskar beschäftigt. Er hat Primaten erforscht, die Lemuren, die heute ausschließlich auf der östlich vor Afrika gelegenen Insel Madagaskar leben. Sclater hat aber Fossilien dieser Tiere auch in Indien und Sri Lanka gefunden und festgestellt, dass sie Fossilien sehr ähnlich sind, die man in Madagaskar finden kann. Oder simpel gesagt: Tiere, die geografisch weit voneinander und noch dazu durch einen Ozean getrennt sind, sind trotzdem eng miteinander verwandt. Wie kann dann sein?

Sie können nicht einfach von Madagaskar nach Indien geschwommen sein, das funktioniert nicht. Also hat Sclater in einer wissenschaftlichen Arbeit zu dieser Frage 1864 eine andere Lösung vorgeschlagen: "Die Besonderheiten der Säugetierfauna Madagaskars lassen sich am besten durch die Annahme erklären, dass ein großer Kontinent Teile des Atlantischen und des Indischen Ozeans einnahm … dass dieser Kontinent in Inseln zerbrach, von denen einige mit Afrika verschmolzen, andere mit dem Gebiet, das heute Asien bildet; und dass wir in Madagaskar noch heute Überreste dieses großen Kontinents vorfinden, für den ich den Namen Lemuria vorschlagen möchte!"

Sclater sagt also, dass Afrika, Indien und Südostasien früher durch Land verbunden waren und dieses Land ist später zum größten Teil versunken. Diesen versunkenen Kontinent nennt er "Lemuria" und aus damaliger Sicht war die Idee nicht so dramatisch, wie sie heute klingt. Vor Sclater haben schon andere festgestellt, dass es überraschende Verwandtschaften zwischen Pflanzen und Tieren in weit entfernten Regionen gibt und dass sie, ganz im Sinne der Darwinschen Evolution, einen gemeinsamen Ursprung haben müssen. Die weit entfernten Regionen müssen also durch heute verschwundene Landbrücken m

Listen Now

Love PodBriefly?

If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.

Support Us