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Back to EpisodesAufgewühlte Herzen
Description
Ein langer Tag – und kein Ende in Sicht
Das hatten sich die Jünger sicher ganz anders vorgestellt. Ein langer Tag lag hinter ihnen. Und was für einer!!! Hatte Jesus doch gerade 5.000 Menschen gespeist. Die Jünger waren nicht nur Teil dieses Wunders, sie hatten im Vorfeld auch Anteil an der mit großer Spannung verbundenen Frage: Wie sollen wir so viele Menschen nur satt bekommen?
Was für eine Erleichterung, was für eine ausgelassene Festfreude, nachdem alle gegessen hatten und sogar noch Reste übrigblieben: 12 Körbe voller Brot!
Da waren viele Eindrücke am Ende dieses Tages, die es zu verarbeiten galt. Kein Wunder, dass Jesus seinen Jüngern eine Zwangspause verschaffen will. „Und alsbald drängte Jesus die Jünger, in das Boot zu steigen und vor ihm ans andere Ufer zu fahren, bis er das Volk gehen ließe“ (Matthäus 14,22). So lese ich es bei Matthäus in der Parallelstelle dieses Ereignisses.
Ans andere Ufer zu rudern – das sollte noch zu schaffen sein, auch wenn der See Genezareth an manchen Stellen gut 12 km breit ist. Für die Jünger eine Aufgabe, die sie noch meistern können, sind einige von ihnen doch gelernte Fischer und kennen den See Genezareth wie ihre eigene Westentasche.
Der Sturm kommt nie gelegen
Aber statt der ersehnten Ruhe wartet auf sie die nächste Herausforderung. Statt der ersehnten Erholung kommt ein Sturm auf – ein Sturm, wie er zwar nicht ungewohnt ist am See Genezareth.
Doch wie die Stürme des Lebens nun einmal sind: Sie kommen nie gelegen. Sie kommen dann, wenn ich sie nicht brauche, dann, wenn ich eh schon am Boden bin und die Kraft auszugehen droht. Gerade dann, wenn die Finsternis hereinbricht, wie bei den Jüngern im Boot.
Und es sind nicht nur die äußeren Stürme, die ihnen mächtig zusetzen. Nein, auch ihre Seelen sind längst aufgewühlt. Die Angst, das Schiff nicht mehr steuern zu können und die Angst, im See zu versinken, ist riesig. Sie paddeln und rudern so gut sie nur können.
Und Jesus? „Jesus war noch nicht zu ihnen gekommen“ – so heißt es im Text. Den ganzen Tag hat er Zeit, um Menschen zu helfen: zu trösten, zu heilen und Ängste zu lindern. Aber bei ihnen: Jetzt wo sie ihn so nötig brauchen, da fehlt er.
„Herr, wo bist Du“ – so mögen sie innerlich schreien: Warum lässt du uns in der Situation allein?
Doch damit nicht genug: Plötzlich entdecken sie in der Ferne einen Mann, der auf dem Wasser geht und direkt auf sie zukommt.
„Und sie fürchteten sich“ – so beschreibt sie hier der Evangelist Johannes, der vermutlich selbst mit im Boot sitzt. Deutlicher noch bringt es der Evangelist Markus auf den Punkt, wenn er schreibt: die Jünger meinen, „es wäre ein Gespenst“.
Jesus – vertraut und fremd zugleich
In Wirklichkeit ist es Jesus, ihr Meister, und sie erkennen ihn nicht. Kaum zu glauben: Jesus, mit dem sie nun schon so lange unterwegs sind. Jesus, mit dem sie gerade wieder ein so großes Wunder erlebt haben – er erscheint ihnen als Gespenst – als einer, vor dem man sich fürchten muss, als einer, der ihnen nicht geheuer ist, als einer, den man lieber meidet.
Ich kenne das auch aus unserem Alltag: Jesus tut mir Gutes, er wirkt Wunder, er lässt mir seine Liebe auf so vielfältige Weise erfahren. Da ist er mir vertraut. Da vertraue ich ihm auch gerne alle meine Sorgen an. Da berge ich mich