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Kann denn Hilfe Sünde sein?
„Kann denn LiebeSünde sein?“ Die Frage stammt aus dem 1938 gedrehten Film „Der Blaufuchs“, in dem Zarah Leander das Lied „Kann denn Liebe Sünde sein“ singt.
Ich will im Blick auf den Bibelabschnitt aus dem Johannesevangelium ähnlich fragen: „Kann denn Hilfe Sünde sein?“ Ja, sagen die Juden zur Zeit Jesu, wenn sie zur falschen Zeit geschieht und unliebsame Folgen hat. Am Sabbat einen Menschen zu heilen und vor allem sein Bett durch die Lande zu tragen, ist für sie ein unmögliches Verhalten, Sünde.
Ein grandioses Wunder – und kleinliche Kritik
38 Jahre lang war der nun geheilte Mann krank – und dann ist er durch ein Wunder Jesu gesund! Wer überlegt da, was für ein Tag heute ist. 38 Jahre konnte er nicht auf eigenen Beinen stehen – und nun kann er gehen, wohin er will. Ein grandioses Wunder, eine ermutigende Geschichte. Jesus greift helfend und heilend in das Leben eines geplagten Mannes ein. Jesus gibt ihm, was er lange nicht hatte und was für ihn bisher in weiter Ferne lag: Gesundheit.
Eigentlich sollte die Reaktion derer, die das alles beobachten und mitbekommen, eine ganz andere sein! Es ist so etwas mit dem Adverb „eigentlich“. Es zeigt an und lässt erahnen, dass etwas nicht ganz stimmt, nicht logisch, nicht folgerichtig ist, dass etwas „eigentlich“ anders sein könnte oder sollte.
Wenn jemand nach langer Krankheit gesund wird, ist „eigentlich“ ein Fest angebracht. Eigentlich sollten sich alle, die das mitbekommen, freuen und jubeln – oder? Aber das tun sie nicht. Kleinliche Kritik kommt auf. Und warum? „Es war aber Sabbat“, sagt Vers 9b! Erschütternd, wie damals Fromme mit der Heilung umgehen. Statt sich zu freuen und Gott zu loben, ereifern sie sich über den Zeitpunkt und den Umstand, dass der Geheilte seine Liegematte am Sabbat durch die Straßen trägt. Vor lauter Vorschriften können sie Gottes Heilswirken nicht sehen. Woran liegt das? Man hat in Israel ein ausgeklügeltes System, was am Sabbat erlaubt, und was verboten ist. Und diese Gebote und Ordnungen sind für die Gesetzeslehrer in diesem Augenblick wichtiger als die Freude über das Wunder.
Der Sabbat: Geschenk Gottes und Vorbote des Reiches
Ich halte bewusst fest: Der Sabbat, der Feiertag, der Sonntag – er ist ein großes Geschenk Gottes an sein Volk, an die Menschheit. Dieser Rhythmus von Arbeit und Innehalten trägt zur äußeren und inneren Erholung des Menschen bei. Niemand kann auf Dauer 24/7 – 24 Stunden am Tag an sieben Tagen der Woche – durchmachen. Und wo Menschen dies versuchen, schaden sie auf Dauer immer ihrem Körper und ihrer Seele. Selbst mit Drogen und Aufputschmitteln ist das nicht durchzuhalten. Der Mensch braucht Pausen! Und Gott gönnt sie ihm, ja ordnet sie an! Der Sabbat beansprucht schöpfungsmäßig sein Recht in meinem Leben. Er soll der Arbeitsruhe dienen – „keine Arbeit“ tun, so steht es schon im Gebot im 2. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 10. Dieser Tag soll, so sagte es einer meiner Dozenten, einen „Unterschied markieren zum Alltag“. Er soll der Ausrichtung auf Gott und dem Gottesdienst dienen. Der Ruhetag ist Gelegenheit zu Gemeinschaft, zum Teilen des Lebens in Familie und Gemeinde.
Darüber hinaus ist der Sabbat Vorbote der herrlichen Zeit des Reiches Gottes, der Ruhe und des ewigen Lebens. Der Sabbat ist ein gewichti