Episode Details

Back to Episodes
#128 Aserbaidschan - Die größte Überraschung dieser Reise

#128 Aserbaidschan - Die größte Überraschung dieser Reise

Season 2 Episode 128 Published 2 months, 4 weeks ago
Description

Die Reise nach Aserbaidschan begann mit gemischten Gefühlen und einer latenten

Ablehnung. Geprägt durch die Eindrücke aus Armenien und der Vertreibung der Menschen aus Bergkarabach

waren die Erwartungen an Baku äußerst gering. Doch die Realität vor Ort belehrte den Reisenden schnell eines

Besseren und verwandelte Skepsis in pure Begeisterung.

Schon am hochmodernen Flughafen von Baku überzeugte der reibungslose Ablauf. Das im Vorfeld online

beantragte Visum wurde schnell geprüft. Kurioses Detail am Rande: Bei der Berufswahl im Visumsantrag gab es

nur eine kleine Auswahl, darunter „religiöser Führer“, letztlich wurde jedoch die Option „Businessman“ gewählt.

Die digitale Infrastruktur glänzte sofort: Dank einer globalen E-SIM Premium Plus waren mobile Daten beim

Aufsetzen der Flugzeugräder aktiv, sodass direkt ein Taxi über die russische App Yandex (neben Bolt und Uber die

dominierende Plattform vor Ort) gerufen werden konnte. Die Fahrt im hochmodernen Elektro-Premiumwagen,

dessen technologiegeladenes Cockpit an einen Science-Fiction-Film erinnerte, beeindruckte nachhaltig. Bei der

Einfahrt nach Baku bei Nacht offenbarte sich eine spektakuläre Skyline mit gläsernen Hochhäusern, historischen

Prachtbauten und imposanten Licht- und Lasershows, die Assoziationen an New York oder Dubai weckten.

Das im belebten, selbst nachts um 23 Uhr noch von Familien und Kindern frequentierten Fußgängerbereich

gelegene Hotel erwies sich als bodenständig und sauber. Der junge Rezeptionist glänzte als wahres Sprachgenie mit

perfektem Englisch, Türkisch, Russisch und Aserbaidschanisch. Aufgrund dieser positiven Erlebnisse wurde der

Aufenthalt spontan auf sechs Tage verlängert.

Bei Tageslicht offenbarte Baku seine architektonische Pracht. Neben den Monumentalbauten faszinierte die von

einer Stadtmauer umgebene historische Altstadt. Obwohl Aserbaidschan ein muslimisch-turksprachiges

Nachbarland des Irans ist, wird der Glaube hier äußerst liberal gelebt. Kopftücher sieht man selten, Alkohol ist

präsent und der Gebetsruf des Muezzins ist im Stadtbild – anders als in Istanbul – kaum hörbar. Kulinarisch bot

Baku ein absolutes Highlight: Die aserbaidschanische Küche überzeugte in einem traditionellen Felsenkeller-

Restaurant mit Live-Musik auf ganzer Linie. Die Speisekarten waren reichhaltig und selbst für Vegetarier boten

Gerichte wie die exzellent gewürzte Linsensuppe oder frittierte Reisbällchen ein wahres Geschmacksfeuerwerk –

und das zu äußerst günstigen Preisen.

Der großzügige Boulevard am Kaspischen Meer (das in Online-Rezensionen kurioserweise als „Betrug“ abgewertet

wird, weil es geografisch ein See ist) bietet einen fantastischen Blick auf die Bucht und eine gigantische

Nationalflagge an einem riesigen Mast. Ein weiteres Highlight war das moderne, nach dem ersten Staatspräsidenten

benannte Museum. Neben historischen Gewändern und Musikinstrumenten faszinierte dort eine kinetische

Kunstinstallation mit schwebenden Seidentüchern in den Nationalfarben sowie eine humorvolle Lama-

Kunstausstellung einer peruanischen Künstlerin. Ein Ausflug zu einem historischen Feuertempel, dessen ewiges

Gasfeuer auf den antiken Zoroastrismus (Zarathustra) zurückgeht, rundete das Kulturprogramm ab.

Die Reise nahm am dritten Tag ein jähes Ende, als der junge Taxifahrer, durch sein Smartphone ablenkt, einen

Auffahrunfall verursachte. Obwohl niemand verletzt wurde, entstand Sachschaden. Der beschämte Fahrer lehnte

die Bezahlung ab, und der anschließende Versuch des Reisenden, die Fahrt über den Support der App zu stornieren,

führte zu bürokratischen Missverständnissen, bei denen der Support fälschlicherweise eine Beschwerde vermutete.

Trotz dieses Vorfalls bleibt Aserbaidschan als das absolute Überraschungsland dieser Reise in Erinnerung.

Listen Now

Love PodBriefly?

If you like Podbriefly.com, please consider donating to support the ongoing development.

Support Us