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Back to EpisodesSprudelwasser
Description
Das Wasser des Lebens
Kennen Sie noch die Werbung? Eine junge Frau zapft Wasser aus ihrem Sprudler. Dabei schaut sie mitleidig aus dem Fenster – auf den Nachbarn draußen: mühevoll schleppt er Sprudelkästen aus dem Auto: das braucht sie nicht! Sie hat ihren Sprudler.
Wasser gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Seit eh und je. So auch für jene Frau, von der der Bibeltext berichtet. Nur, dass sie jeden Mittag an den Brunnen laufen muss, um Wasser zu holen; obwohl es auch in der Stadt Wasser gibt. Und das bei Wind und Wetter. Da erscheint es verlockend, was der fremde Mann ihr anbietet: Ich habe ein Wasser; wenn Du davon trinkst, ist Dein Durst für immer gestillt; ja Du selbst wirst zu einem Brunnen für andere Menschen. Die letzten Worte des Fremden hört sie vielleicht schon gar nicht mehr: Gib mir dieses Wasser, damit ich nie mehr hierher kommen muss!
Schluss mit der Plagerei
Gib mir dieses Wasser: Ich kann die Frau gut verstehen: Schluss mit der Plagerei. Schluss mit dem Spießrutenlaufen durch die Stadt nach draußen. Dorthin, wo sie in den Augen der anderen hingehört. Ein für alle Mal Schluss damit. – Gib mir!
Auch wenn der Fremde nichts dabei hat, um ihr Wasser zu geben: irgendwie vertraut sie ihm; irgendwie fühlt es sich richtig an, was er sagt. Doch auf ihre Bitte hin fährt kein Tankwagen vor, wird keine Wasserleitung in ihrem Haus installiert. Stattdessen Schocksekunde. Jesus antwortet: Hol Deinen Mann! Ihr Mann? Ich habe keinen Mann, sagt sie knapp. „Richtig, fünf Männer hast Du gehabt, und der, den Du jetzt hast, ist nicht Dein Mann!" Ganz schön mutig von dem Fremden, das der Frau auf den Kopf zuzusagen; so etwas Intimes. Woher er das wohl weiß?
Die Frau lässt dennoch kein Wort raus. So erfahren wir auch nichts von ihrer Lebenssituation.
Der Prophet und die Frage der Anbetung
Bist Du ein Prophet? Schließlich kann doch wohl nur ein Prophet ihre persönliche Geschichte kennen. Die Frau spürt, dass dieser Fremde nicht irgendwer ist. Aber ohne eine Antwort abzuwarten, lenkt sie das Gespräch auf das Thema der Anbetung und Beziehung zu Gott. Der Ort der Anbetung Gottes ist seit Jahrhunderten ein schwieriges Thema zwischen Samaritanern und Juden. Der Hintergrund: Samaritaner werden Leute genannt, die aus dem ehemaligen Nordreich Israel kommen. Nach der Eroberung des Nordreichs durch die Assyrer entstand dort eine Mischbevölkerung aus Juden und anderen Völkern; die Religionen vermischten sich; Götzendienst breitete sich aus. Juden aus dem Südreich verachteten darum die Samaritaner. Als sie ihnen verboten, am Tempel in Jerusalem mitzubauen, errichteten die Samaritaner ihren eigenen Tempel. Wenig verwunderlich also, dass die Frau mit diesem Propheten aus dem Südreich über den Ort der Anbetung spricht. Der Fremde vertritt die jüdische Position. Aber er diskutiert mit der Frau nicht über den Ort. Fast unmerklich bringt er das Gespräch auf die Person der Anbetung: in Zukunft werde der Ort der Anbetung gar nicht mehr wichtig sein, sondern die Person, die angebetet werde. Sie als Juden wissen i