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Back to EpisodesDas Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit XLI – „Achtsamkeit ist wichtig!“
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Vokabelkritik ist zu Kriegszeiten das Gebot der Stunde. Ich veröffentliche, nicht zuletzt aus hygienischen Gründen, in unregelmäßigen Abständen eine Sammlung teils verharmlosender, teils lügenhafter Wörter oder Formulierungen, deren Sinn und Funktion es ist, unsere Gesellschaft – uns alle – an das Undenkbare zu gewöhnen und möglichst geräuschlos in Richtung „Kriegstüchtigkeit“ umzukrempeln. Von Leo Ensel.
Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.
Achtsamkeit ist wichtig
Nein, das ist nicht der Slogan des Buddhistischen Zentrums zu Potsdam, sondern der Titel von ‚Janines‘ Amazonrezension des Buches „Wer bist Du, wenn der Krieg kommt?“ eines Nico Gramenz. „Das Buch ist besonders: informativ, up to Date, gut strukturiert und legt den Finger in die Wunde bzw. zwingt den Leser dazu, sich bewusst mit dem Krieg auseinanderzusetzen. Emotional und analytisch nähert sich der Autor, auch mit Hilfe seiner so unterschiedlichen Erfahrungen und Kenntnisse, einem Thema, das oft eher totgeschwiegen wird, weil es Ängste schürt und unbequem ist. Aus meiner Sicht ist der Krieg, auch durch die Entwicklung in Gaza und der Ukraine, auch bei uns präsent und wirkt sich gesellschaftspolitisch bereits aus. Es wird Zeit aus der Ohnmacht aufzuwachen und hellwach zu bleiben.“ Keine Sorge, liebe Janine, es gibt hier schon ein paar woke (oliv-)grüne Jungs (und Mädels), die kalauern: „Wir sind hellwach, damit du gut schläfst!“ (vgl. „kriegsbewusst“)
antiballistische Allianz
„Interessant war auch, wer [außer Palantir-Chef Alex Karp] noch in Kiew war: Nämlich Vertreter von dreizehn Ländern und der NATO. Und da war Ziel und Zweck dieses Treffens [mit Präsident Selenskyj und dem ukrainischen Verteidigungsminister], eine gemeinsame Raketenabwehr aufzubauen. Also mit der Ukraine zusammen und in Europa eine sogenannte antiballistische Allianz [gegen Russland] zu schmieden.“ So Ostexpertin Sabine Adler am 13. Mai im Deutschlandfunk. – Vor 200 Jahren war es noch eine Heilige Allianz! Mit Russland.
disruptieren
„Palantir ist hier, um zu disruptieren und die Institutionen, mit denen wir zusammenarbeiten, zu den besten der Welt zu machen und wenn es nötig ist, die Feinde einzuschüchtern und gelegentlich auch zu töten.“ Klare Ansage vom Chef des Unternehmens und Habermas-Jünger, Alex Karp. Worte, mit denen er allerdings dem aktuellen amerikanischen Kriegsminister immer noch noch nicht ganz das Wasser reichen kann. Der hält nämlich nichts von „gelegentlichem Töten“, der steht auf „maximale Tödlichkeit“! – Ach so, lieber Herr Karp: Könnten Sie uns eben noch erklären, was „disruptieren“ eigentlich bedeutet? (vgl. „entscheidend, vernichtend und gnadenlos“)
Ereignis
„Der US-General machte auf dem Panel auch den Grund deutlich, so die Financial Times. Luftwaffen- und Marineverbände müssten in den Pazifik verlegt werden. Das brauche man im Falle eines ‚Ereignisses‘ dort.“ – Die Rede war vom Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland und der – die hiesige Öffentlichkeit schockierenden – Absage, Mittelstreckenraketen in Deutschland zu stationieren. US-General und NATO-Kommandeur (SACEUR) Alexus Grynkewich wollte sagen: „Wir brauchen das jetzt alles selbst – für einen möglichen Krieg gegen China!“ (Oder mit Goethes ‚Faust‘: „Alles Lebend