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Back to EpisodesCausa Vincenz: Fast neun Jahre bis zur Berufung – die Timeline
Description
Wie wurde aus einer Strafanzeige im Dezember 2017 ein Verfahren, das im Juli 2026 immer noch vor der Berufungsverhandlung steht? Die Causa Vincenz ist längst mehr als ein Wirtschaftsstrafverfahren. Sie ist ein prozessuales Gelände: Strafanzeige, Untersuchungseröffnung, Hausdurchsuchungen, Untersuchungshaft, Übersetzungsfragen, Anklage, erstinstanzliches Urteil, Rückweisung, Bundesgericht, erneute Berufungsvorladung.
Duri Bonin und Gregor Münch machen in dieser Folge eine Timeline. Nach dem Überblick über das erstinstanzliche Urteil geht es nun um die Prozessgeschichte: Was ist wann passiert? Warum ging am Anfang vieles sehr schnell? Wo wurde das Verfahren langsamer? Welche Rolle spielten Übersetzungsfragen, Beschwerden, das Obergericht Zürich und das Bundesgericht? Und weshalb ist ein solches Hin und Her nicht einfach ein Versagen des Rechtsstaats, sondern auch Ausdruck davon, dass im Strafverfahren um Recht gerungen wird?
Darum geht es in dieser Folge
- Warum Duri Bonin und Gregor Münch vor der Berufungsverhandlung eine Timeline der Causa Vincenz erstellen
- Wie Medienberichte und interne Abklärungen dem Strafverfahren vorausgingen
- Weshalb die Strafanzeige Ende 2017 rasch zur Untersuchungseröffnung führte
- Welche Rolle Aduno/Viseca, FINMA-Unterlagen und der Deloitte-Bericht in der frühen Phase spielten
- Warum das Verfahren im Februar 2018 mit Hausdurchsuchungen und Untersuchungshaft in die offene Phase trat
- Was Ersatzmassnahmen, Kontaktverbote und Überwachungsmassnahmen für die Beschuldigten bedeuteten
- Weshalb Übersetzungsfragen das Verfahren später stark prägten
- Wie Schluss-Einvernahmen, Anklageentwurf und Anklageerhebung im Jahr 2020 einzuordnen sind
- Was der Übergang vom Vorverfahren ins Hauptverfahren beim Bezirksgericht Zürich bedeutet
- Warum 99 verfahrensleitende Verfügungen und Beschlüsse die Dimension des Verfahrens zeigen
- Wie die erstinstanzliche Hauptverhandlung im Januar und Februar 2022 ablief
- Weshalb das Urteil vom 11. April 2022 und die schriftliche Urteilsbegründung im Januar 2023 prozessual wichtig sind
- Warum die Anwaltschaft nach langer Urteilsbegründung innert kurzer Frist Berufung erklären musste
- Was die Rückweisung durch das Obergericht Zürich im Januar 2024 ausgelöst hat
- Wie das Bundesgericht im Februar 2025 den Weg zurück zur Berufungsverhandlung öffnete
- Warumm die Prozessgeschichte der Causa Vincenz nicht nur Verzögerung, sondern auch rechtsstaatliche Reibung zeigt
Warum diese Timeline nötig ist
Vor der Berufungsverhandlung wird die Causa Vincenz wieder intensiv öffentlich besprochen. Duri und Gregor gehen Schritt für Schritt durch die Prozessgeschichte. Nicht, um alles abschliessend zu bewerten, sondern um das Verfahren überhaupt wieder lesbar zu machen. Gerade in einem grossen Wirtschaftsstrafverfahren droht man schnell den Überblick zu verlieren. Namen, Firmen, Nebenverfahren, Beschwerden, Rückweisungen, Übersetzungen, Urteilsbegründungen und Termine überlagern sich. Eine Timeline hilft, die entscheidenden Linien zu sehen: Wann begann die Strafuntersuchung? Wann wurde angeklagt? Wann wurde verhandelt? Warum kam es zur Rückweisung? Und weshalb steht die Berufungsverhandlung erst jetzt wieder an?
Der schnelle Start
Die frühe Phase des Verfahrens ist auffällig schnell. Ende Dezember 2017 wird Strafanzeige erstattet; zwei Tage später wird die Strafuntersuchung eröffnet. Kurz darauf sucht die Staatsanwaltschaft Informationen bei der FINMA, später wird die Untersuchung auf weitere Themen und Personen ausgeweitet. Im Februar 2018 wechselt das Verfahren aus der verdeckten in die offen