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Bonjour le Tour: Katalonien, wo alles begann

Bonjour le Tour: Katalonien, wo alles begann

Episode 18 Published 2 months ago
Description
Auftakt der neuen Serie „Bonjour le Tour": Auf den Spuren der Tour de France 2026 durch Katalonien – Kindheit, Kultur und Küstenzauber.

Mit dieser Folge beginnt eine neue Serie: „Bonjour le Tour“. Ich folge der Tour de France 2026 von Katalonien bis Paris – und widme diese Reihe meinem Vater. Den Auftakt macht Barcelona, wo am 4. Juli 2026 ein Mannschaftszeitfahren die Grand Boucle zum erst dritten Mal in ihrer Geschichte auf spanischem Boden starten lässt. Die 2. Etappe führt am 5. Juli von Tarragona zurück nach Barcelona.

Für mich ist das kein Zufall: Katalonien ist nicht einfach die erste Station dieser Tour. Es ist der Ort meiner Kindheit.

Katalonien versteht sich selbst als eigenständige Kultur, nicht als Randnotiz Spaniens. Die Sprache ist Alltag, nicht Folklore – und historisch blickte die Region immer nach außen, nach Genua, Sizilien und Alexandria, lange bevor es den spanischen Staat überhaupt gab. Dieses Selbstbewusstsein spürt man bis heute, wenn man durch den Barri Gòtic geht oder vor der Sagrada Família steht, an der seit 1882 gebaut wird – und deren Türme sich 2026, genau hundert Jahre nach Gaudís Tod, endlich vollenden.

Und man spürt es bei den Castellers, den Menschentürmen, die bei Festen entstehen: Eine ganze Gemeinschaft trägt das Gewicht, damit am Ende ein Kind ganz oben die Hand heben kann. Vertrauen, in Bewegung übersetzt.

Für mich persönlich ist diese Küste vor allem eines: Erinnerung. Meine Eltern haben hier ihre Hochzeitsreise verbracht, das Haus meiner Großeltern stand in L’Escala, einem Fischerort an der Costa Brava. Ich erzähle von der Telefonzelle, in die ich als Kind mit einem einzigen auswendig gelernten spanischen Satz geschickt wurde – und von der Erinnerungsreise, die ich im September 2025 mit meinem Bruder dorthin unternommen habe, auf den Spuren unserer Eltern.

Eine Reise durch Katalonien ohne das Essen zu beschreiben, wäre ein Versäumnis: Pa amb Tomàquet (geröstetes Brot mit eingeriebener Tomate, gutem Olivenöl und Salz), dazu Botifarra, Escalivada und frischer Fisch. Cava aus dem Penedès zum Anstoßen – und zum Schluss Crema Catalana, deren französische Verwandtschaft mit der Crème Brûlée bis heute für Diskussionen sorgt.

Auf dem Weg der Tour liegt auch Tarragona, vor 2000 Jahren eine der mächtigsten Städte des Römischen Reiches außerhalb Italiens. Und nur wenige Kilometer von L’Escala entfernt liegt einer meiner Lieblingsorte: Empúries, wo die Griechen vor 2500 Jahren ihre erste Kolonie auf der iberischen Halbinsel gründeten. Griechisch, römisch, mittelalterlich, modern – diese Schichten liegen hier übereinander. Man spürt sie, wenn man langsam genug geht.

Nächste Folge: Am 7. Juli kommt die Tour in Okzitanien an – mit Carcassonne, dem Canal du Midi und einer Geschichte, die mich jahrelang im Alltag nach Frankreich zurückgebracht hat.

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Links & Hinweise Katalonien-Dossier (kostenlos): https://tourexquisit.de/reisefuehrer-katalonien/#dossier

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