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Back to EpisodesWas denn noch?
Description
Gottes ungehörte Warnung – das Schicksal der Wohlhabenden
In diesem Monat sind fünf Jahre vergangen seit der Flutkatastrophe im Ahrtal. Sehr schnell stellte sich damals heraus, dass es vorher durchaus Warnungen gegeben hatte. Sie wurden jedoch nicht in ihrer Tragweite verstanden und vor allem nicht weitergegeben. Ein Warner, dessen dringende Mahnung nicht ernstgenommen wird, sieht sich gezwungen, mehr Druck aufzubauen, um vielleicht doch noch gehört zu werden. Dabei kann er auch entgegen seinem eigentlichen Wesen bissig werden, zynisch reagieren und drastische Bilder gebrauchen. Sein Ziel dabei ist, die Menschen, um die er leidenschaftlich ringt, aufzurütteln, auf die Dringlichkeit aufmerksam zu machen und so Leid und Not doch noch abzuwenden.
Kann auch Gott zynisch werden und wirklich beißenden Spott gebrauchen?
Wenn ich den Bibeltext für heute lese, sehe ich genau das. Als erste Gruppe im Volk Israel werden wohlhabende Frauen angesprochen – die Kühe von Baschan. Baschan ist eine fruchtbare Weideebene, die als besonders gutes Weideland bekannt ist. Es ist erst gerade von König Jerobeam II. zurückerobert worden. Es geht hier um Frauen, kostbar gekleidet, gepflegt, mit wertvollem Schmuck, die Frauen der Oberschicht. Gott klagt sie schonungslos an, weil sie den Einfluss, den sie auf ihre Männer haben, benutzen, um ohne Rücksicht auf die Armen ihren hemmungslosen Egoismus zu befriedigen. Es ist ihnen egal, dass ihr Reichtum auf der Ausbeutung anderer beruht. Genusssüchtig und maßlos stellen sie ihre Forderungen.
Gott steht auf der Seite derer, die unschuldig Not leiden. Auf Kosten der Schwachen zu leben, ist Gott ein Gräuel.
Daher wird diesen Frauen die Verschleppung durch die Assyrer angekündigt. Die Stadtmauer wird derart zerstört sein, dass die Feinde die Frauen nicht durch die Stadttore hinausführen, sondern geradeso durch die Lücken. Wie Schlachtvieh oder gefangene Fische werden dieselben Frauen jetzt behandelt werden. Gnadenlos. Hoffnungslos. Ein furchtbares, ein grausames Bild. Der Gegensatz zu ihrem jetzigen Leben kann nicht dramatischer sein.
Gottes Heiligkeit im Kontrast zur Sündhaftigkeit des Volkes
Gott, der Herr, bekräftigt ausdrücklich, dass die Vollstreckung dieses Gerichts eintreffen wird, indem er bei seiner Heiligkeit schwört. Ich kenne einen solchen Schwur von Gott bei den großen Heilszusagen z. B. an Abraham, den Stammvater Israels. Wenn Gott hier bei seiner Heiligkeit schwört, steht diese in scharfem Kontrast zur Sündhaftigkeit der angesprochenen Frauen. Eigentlich soll das Volk Israel nach dem Bund, den Gott mit ihm geschlossen hat, ebenso auch ein heiliges Volk sein, das nach Gottes Maßstäben lebt.
In den nächsten Versen ahmt Gott in spöttischer Weise die Aufforderung an die Israeliten nach, zum Tempel zu kommen und dort anzubeten. In Bethel befindet sich seit der Regierung von Jerobeam I. das Königsheiligtum mit dem goldenen Stierbild. Es soll die 10 Stämme nach der Teilung des Reiches davon abhalten, zum Tempel nach Jerusalem zu pilgern. Gott klagt hier das Zurschaustellen der Frömmigkeit an. Es geht nicht mehr um die Gemeinschaft mit G